14/09/2026
Das hier ist wieder so ein Beispiel, bei dem ich nicht nur das Pferd behandle – sondern mir auch ganz genau anschaue, was oben draufliegt.
Denn du kannst Muskulatur behandeln, Faszien lösen und den Rücken immer wieder bearbeiten: Wenn ein Sattel nicht zum Pferd passt und immer wieder ungünstigen Druck oder Einschränkung in bestimmte Bereiche bringt, kann sich das Thema natürlich immer wieder zeigen.
Und genau deshalb gehört der Sattel für mich bei Rückenproblemen, wiederkehrenden Verspannungen oder Veränderungen in der Muskulatur immer mit in die Gesamtbeurteilung.
Bei diesem Pferd war für mich vor Ort sehr deutlich: Der Sattel passt so nicht optimal zum Pferd.
Und nein – das beurteile ich nicht anhand dieser zwei Fotos. Ich habe Pferd und Sattel vor Ort gesehen, den Rücken angeschaut, das Gewebe gefühlt und den Sattel am Pferd beurteilt.
Die Bilder zeigen aber sehr schön, warum man bei Veränderungen im Rücken nicht einfach nur fragen sollte:
„Welcher Muskel ist verspannt?“
Sondern auch:
Warum reagiert dieser Bereich überhaupt?
Was wirkt immer wieder auf den Rücken ein?
Wie liegt der Sattel?
Wo entsteht Druck?
Wie viel Bewegungsfreiheit hat die Schulter?
Und was passiert unter dem Reiter in Bewegung?
Denn der Muskel ist manchmal eben nicht das eigentliche Problem.
Er reagiert auf etwas.
Und solange wir nur die Reaktion behandeln, aber die Ursache nicht mit anschauen, drehen wir uns im Kreis.
Deshalb gehört für mich zu einer guten Pferdetherapie nicht nur das Behandeln – sondern vor allem das Hinschauen, Zusammenhänge erkennen und Ursachen suchen.
„Genau deshalb lernst du in meiner Fachausbildung nicht, Behandlungstechniken nach Schema abzuarbeiten. Du lernst zuerst zu befunden, Zusammenhänge zu erkennen und daraus deine Behandlung abzuleiten.“