08/07/2026
Die wissenschaftliche Evidenz für die Fissuren- und Grübchenversiegelung bei Kindern ist außerordentlich hoch und eindeutig positiv:
Internationale Meta-Analysen (u.a. Cochrane Reviews) sowie die aktuelle deutsche S3-Leitlinie der DGZMK stufen die Maßnahme als eine der wirksamsten Methoden zur Kariesprävention im Kindes- und Jugendalter ein.
1. Hohe Kariesreduktion nachgewiesen
Klinische Langzeitstudien zeigen, dass die Versiegelung der Kauflächen das Risiko für Fissurenkaries drastisch senkt:
Effektivität: Nach einer einmaligen Versiegelung mit kunststoffbasierten Materialien sinkt das Kariesrisiko an den behandelten Molaren um rund 33 % bis über 50 % im Vergleich zu unversiegelten Zähnen.
Regelmäßige Kontrolle: Werden defekte Versiegelungen bei den zahnärztlichen Kontrollen konsequent nachgebessert, steigt die kariespräventive Schutzwirkung sogar auf 69 % bis 93 %.
2. Stoppen von Initialkaries
Die Evidenz zeigt, dass Versiegelungen nicht nur gesundem Schmelz vorbeugen, sondern auch bereits begonnene, oberflächliche Kariesprozesse (Initialkaries ohne Loch) stoppen können. Durch den luft- und speicheldichten Verschluss wird den kariesverursachenden Bakterien die Nährstoffzufuhr (Zucker) entzogen, wodurch der Kariesprozess zum Stillstand kommt.
3. Risikoorientierte Indikation
Der gesundheitliche Nutzen und die Kosteneffizienz sind laut Evidenzberichten dort am höchsten, wo ein erhöhtes Kariesrisiko vorliegt: [1]
Die höchste Priorität hat die Versiegelung der ersten bleibenden Backenzähnen (6-Jahr-Molaren) direkt nach ihrem vollständigen Durchbruch, da sie anatomisch sehr tiefe, schwer zu reinigende Furchen aufweisen.
Milchzähne: Bei Milchbackenzähnen ist die Evidenzbasis schwächer. Eine Versiegelung wird hier wissenschaftlich vor allem dann empfohlen, wenn das Kind ein nachweislich hohes Kariesrisiko aufweist.