26/10/2022
Dia de Mu***os – oder auch Tag der Toten
Heute möchten wir euch ein bisschen über „Dia de Mu***os“ erzählen, vielleicht hat der ein oder andere von euch schon mal die beeindruckenden Bilder aus Mexiko🇲🇽 gesehen?
Wir haben die wichtigsten Fakten in Erfahrung gebracht, und möchten über diese berichten.
Vorab sollte man wissen, dass der „Dia de Mu***os – der Tag der Toten“ keine mexikanische🇲🇽 Version von Halloween🎃 ist. Die beiden Feiertage sind zwar miteinander verwandt, unterscheiden sich aber in ihrer Tradition und Atmosphäre sehr voneinander. Halloween kennen wir als traditionell finstere Nacht des Schreckens und Unheils, während der Dia de los Mu***os sich über drei Tage in einer mit einer Explosion von vielen bunten Farben und einer wahnsinnigen Lebensfreude erstreckt.
Der Tod ist natürlich Thema, aber Sinn und Zweck dieses Feiertages ist es, seine Liebe💕 und seinen Respekt für verstorbene Familienmitglieder zu zeigen. In Dörfern und Städten🏙 in ganz Mexiko🇲🇽 stellen Feiernde farbenfrohe Kostüme und Make-up💄 zur Schau, veranstalten Festumzüge und Partys🎉, singen🎶, tanzen💃 und bringen den geliebten Verstorbenen Gaben dar. Somit ist es eine Feier des Lebens und des Todes. Ursprung dieses Feiertages ist in Mexiko🇲🇽, er wird aber mittlerweile in ganz Lateinamerika gefeiert. Typisch sind dabei die bunten Calaveras (Schädel) und Calacas (Skelette). 2008 nahm die UNESCO dem Dia de Mu***os in die Repräsentative Liste des immatieriellen Kulturerbes der Menschheit auf. Heutzutage wird dieser Tag (bzw. die Tage) von allen Mexikaner gefeiert, unabhängig von ihrer Religion oder ihrer ethnischen Herkunft.
Aber woher hat dieser Feiertag eigentlich seine Geschichte? Der Dia de Mu***os entstand vor mehreren Tausend Jahren in den Kulturen der Azteken, Tolteken, der Nahua und anderen Völkern, die das Betrauern ihrer Toten als respektlos empfanden. Für diese prä-hispanischen Kulturen war der Tod eine natürliche Phase im langen Kontinuum des Lebens. Die Toten galten noch immer als Mitglieder der Gemeinschaft und wurden im Geiste und in Erinnerungen am Leben gehalten. Während des Día de Mu***os kehrten sie sogar zeitweise auf die Erde zurück. Heutzutage sind die Feierlichkeiten zum Día de los Mu***os eine Mischung aus prä-hispanischen, religiösen Riten und christlichen Festen. Das Prozedere beginnt am 31. Oktober und erstreckt sich dann über den 1. und 2. November – Allerheiligen und Allerseelen im katholischen Kalender –, was auch ungefähr der Zeit der herbstlichen Maisernste entspricht.
Das Herzstück der Feierlichkeiten ist der Altar oder Ofrenda, der entweder zu Hause oder auf einem Friedhof🪦 aufgebaut wird. Diese Altäre dienen aber nicht der Anbetung: Sie sollen die Geister der Toten im Reich der Lebenden willkommen heißen. Daher sind sie reichlich mit Gaben bestückt – Wasser💧, um den Durst der langen Reise zu stillen, Essen🥘, Familienfotos und eine Kerze🕯 für jeden toten Verwandten. Falls einer der Geister ein Kind ist, findet man womöglich auch Spielzeug🧸 auf dem Altar. Studentenblumen sind die beliebtesten Blumen, um den Altar zu dekorieren. Die Blüten, die vom Altar bis zum Grab verstreut werden, sollen die wandernden Seelen zurück zu ihrer Ruhestätte geleiten. Der Rauch aus den Räucherkerzen, welche aus Baumharz gemacht werden, sollen Lob und Gebete übertragen und den Bereich um den Altar herum reinigen.
Auf der Reise von der Geisterwelt ins Reich der Lebenden bekommt man einen ziemlichen Hunger. So zumindest glaubt man es in Mexiko traditionell. Einige Familien stellen die Lieblingsmahlzeit des Verstorbenen auf den Altar. Es gibt aber auch allgemein verbreitete Gaben:
Pan de mu**to, das Brot der Toten, ist ein süßes Brot🍞, das oft Anissamen enthält und mit Knochen und Schädeln aus Teig verziert ist. Die Knochen können in einem Kreis angeordnet sein, der den Kreislauf des Lebens repräsentiert. Kleine Teigtropfen symbolisieren Trauer.
Zuckerschädel sind Teil der traditionellen Zuckerkunst, die im 17. Jahrhundert von italienischen Missionaren mitgebracht wurde. Die Schädel werden in Formen gepresst und mit Zuckerfarben verziert und sind in allen möglichen Größen und Detailgraden erhältlich.
Zu den Getränken gehören Pulque, ein süßes, fermentiertes Getränk aus Agavensaft; Atole, ein dünnflüssiger, warmer Brei aus Maismehl mit unraffiniertem Rohrzucker, Zimt und Vanille; und heiße Schokolade.
Der Día de Mu***os ist eine sehr gesellige Veranstaltung, bei der zu jeder Tages- und Nachtzeit auf den Straßen und öffentlichen Plätzen etwas los ist. Sich selbst als Skelett zu verkleiden, gehört dabei traditionell zum Spaß dazu. Menschen jeden Alters bemalen kunstvoll ihre Gesichter, damit sie Schädeln ähneln. In Anlehnung an Catrina tragen sie dazu Anzüge oder schicke Kleider. Viele Feiernde tragen außerdem Muscheln oder andere Krachmacher, die zur Stimmung beitragen und vielleicht die Toten wecken und sie in der Nähe der Feierlichkeiten halten.
Dank des Informationszeitalters und der Anerkennung durch die UNESCO ist der Día de Mu***os, heutzutage beliebter denn je – sowohl in Mexiko🇲🇽 als auch im Ausland. Seit mehr als zwölf Jahren hält beispielsweise die gemeinnützige Kulturorganisation „Mano a Mano: Mexican Culture Without Borders“ mit Sitz in New York🇺🇸 die stadtweit größte Feier zum Tag der Toten ab. Aber die authentischsten Feierlichkeiten finden in Mexiko🇲🇽 selbst statt.
In Mexiko feiern zahlreiche Gemeinden den Día de Mu***os, aber Stil und Bräuche unterscheiden sich je nach Region abhängig davon, welche der prä-hispanischen Kulturen dort vorherrscht.
Habt ihr schon einmal diesen Feiertag erlebt, oder wie ist eure Meinung dazu? Wie findet ihr diesen Brauch? Hinterlasst es uns gerne in den Kommentaren oder schreibt uns eine Nachricht.