30/06/2021
AUSSTEIGEN AUS DEM PKW:
RADFAHRER MIT DEM „HOLLÄNDISCHEN GRIFF“ VOR UNFÄLLEN SCHÜTZEN
Autofahrer verursachen beim Öffnen der Autotür immer wieder Unfälle mit Radfahrern. Diese gefährlichen Unfällelassen sich durch den sogenannten „Holländischen Griff“ oft vermeiden. Dabei nutzt der oder die Fahrzeugführende immer den rechten Arm, um den Türgriff auf der Fahrerseite zu betätigen. Automatisch dreht sich dabei der komplette Oberkörper und ermöglicht einen gezielten Schulterblick nach hinten, um Radlerinnen und Radler nicht zu übersehen.
KURZ NICHT AUFGEPASST. SCHON IST ES PASSIERT.
Mit dem PKW beim Einkauf oder zu Hause angekommen, schnell die Fahrertür aufgerissen und schon ist es passiert: Innerhalb einer Schrecksekunde kommt es zu einem Aufprall, weil ein von hinten kommender Radfahrer nicht mehr reagieren kann. Er fährt ungebremst in die Autotür und stürzt. Im dichten innerstädtischen Verkehr ist das eine häufig wiederkehrende Unfallszene. „Dooring-Unfälle sind für Fahrradfahrer besonders gefährlich, weil der harte Aufprall unerwartet kommt und deshalb nicht abgebremst werden kann. Sie führen häufig zu besonders schweren Verletzungen.
WIR EMPFEHLEN DEN „HOLLÄNDISCHEN GRIFF“
• Arm vor dem Oberkörper kreuzen: Der Fahrzeugführende benutzt immer die rechte Hand, um den Türgriff auf der Fahrerseite zu betätigen.
• Toten Winkel vermeiden: Gemeinsam mit dem Oberkörper dreht sich auch der Kopf zum Fenster und ermöglicht die Sicht auf von hinten heraneilende Fahrrad oder E-Bike.
• Auch Beifahrer und Mitfahrende auf der Rückbank sollten sich den Griff angewöhnen. Sie öffnen die Tür auf ihrer Seite mit der jeweils zur Fahrzeugmitte gerichteten Hand.
Die spezielle Art des Türöffnens wird im Nachbarland Niederlande bereits von vielen PKW-Fahrenden routinemäßig praktiziert und hat sich bewährt.
SCHLIMME UNFÄLLE VERMEIDEN!
Wenn der Fahrradfahrer oder die Fahrradfahrerin Glück hat, kommt er oder sie mit einer Prellung oder Verstauchung am Arm oder Bein davon. Diese sind zwar schmerzhaft, aber sie sind nach einigen Tagen meist wieder ausgeheilt. Schwieriger sind Knochenbrüche, Knieverletzungen, Gehirnerschütterungen oder schwere Kopfverletzungen. Immer mehr Menschen wechseln auf das Fahrrad. Das ist gut für die Gesundheit und für unsere Umwelt und im Stadtverkehr kommt man sogar meist schneller voran. Wenn wir als Autofahrer unterwegs sind, sollte es für uns selbstverständlich sein, auf diese „schwächeren“ Verkehrsteilnehmer besonders Rücksicht zu nehmen.
Zentrum für Chirurgie