22/05/2025
"Ich bin in Trauer!" – "Ich bin untröstlich!" – "Ich müsste doch jetzt trauern!" – "Wie geht Trauern?" – "Ist das Trauer, was ich empfinde?" – "Ich kann nicht trauern!" – "Geht das wieder weg oder bleibt das für immer?"
So oder auch anders oder ganz anders sind vielleicht die Gedanken, die mir über meine Gefühle oder Empfindungen kommen. Die Definition von Trauer ist nicht: Trauer ist …, sondern: Trauer ist für mich … Keiner kann sagen, was Trauer für mich ist. Nur ich kann das. Das macht es vielleicht schwer in der Kommunikation, weil Trauer für mich möglicherweise ganz anders ist als für dich.
Bei einem Trauergottesdienst für eine junge Frau und Mutter liefen die beiden Kinder durch die Kirche und schauten sich die Menschen an, die dort waren. Manch einer schaute irritiert oder tuschelte. Ich denke, es war ihre Form von Trauer, individuell und als Geschwisterpaar.
Wenn Trauer so unterschiedlich ist, was könnte Trauer sein? Vielleicht drückt sie sich in Tränen aus, in Sprachlosigkeit, im Rededrang, in dem Wunsch nach Nähe oder vielleicht doch in dem Wunsch nach Alleinsein. Vielleicht drückt sich Trauer aus in Appetitlosigkeit, in erhöhtem Alkoholkonsum, in Erinnerungen und im Erinnern, in Ablehnung, in erhöhter Aktivität, im Sturz in die Arbeit, im Festhalten des letzten Momentes, in der Verneinung, in Wut, Freude, Dankbarkeit, … „Es ist, was es ist,“ schreibt Erich Fried. Ich will nicht werten. das wäre für mich anmaßend. Es könnte doch sein, dass es für den Trauernden einen guten Grund gibt, weshalb er so und nicht anders trauert, auch wenn der eine Weg gegebenenfalls leichter erscheint als der andere, aber vielleicht muss auch dies so sein.
Einige mir hilfreich erscheinende Gedanken zu Tod und Trauer findest Du in meinem vollständigen Blog auf meiner Website (Link im ersten Kommentar).