Psychologische Beratung und Therapie

Psychologische Beratung und Therapie Psychotherapie in persönlichen oder beruflichen Krisen. Dein Verhaltenstherapeut Ihr persönlicher Verhaltenstherapeut. Außerdem: Mutsprechstunde für Männer.

Psychologische Beratung und Psychotherapie individuell, professionell und empathisch.

Manchmal elektrisiert mich ein Zitat, wie dieses von Viktor Frankl.  Sinngemäß soll ich die Verantwortung dafür übernehm...
29/08/2026

Manchmal elektrisiert mich ein Zitat, wie dieses von Viktor Frankl. Sinngemäß soll ich die Verantwortung dafür übernehmen, was ich aus mir gemacht habe. Klingt provokant, oder?
Als Therapeut denke ich mit meinen Patientinnen und Patienten über diese Provokation nach: Sie holt uns aus dem Modus „Da kann ich nichts machen“ heraus. Sie unterstellt nicht, dass alles frei gewählt ist – aber sie erinnert daran, dass wir nicht alles kontrollieren können, was uns begegnet. Und doch können wir immer wieder prüfen: Welche Haltung nähre ich jetzt? Welchen nächsten Schritt mache ich? Wofür stehe ich ein, obwohl es leichter wäre, die Verantwortung abzugeben?
Ich verstehe Verantwortung dabei nicht als Schuldzuweisung, sondern als innere Handlungsfähigkeit. Sie beginnt oft leise, mit dem Moment, in dem ich mir selbst nicht mehr ausrede, warum ich gerade so denke, fühle oder reagiere – sondern frage, was wirklich dahinterliegt. Was wurde verletzt? Was wurde gelernt? Was brauche ich, um anders zu werden?
Und dann wird Frankls Aussage für mich zu einer Einladung: Entscheide dich für ein „Mehr“ an Menschlichkeit in dir. Nicht perfekt, nicht sofort, aber echt. Menschsein heißt eben nicht, dass alles gelingt – sondern dass du dich dem Leben stellst und immer wieder sagst: „Ich übernehme meinen Anteil. Ich entscheide, wer ich in dieser Situation sein will.“
Vielleicht ist das die stärkste Form von Hoffnung: Nicht die Hoffnung, dass das Leben leichter wird. Sondern die Hoffnung, dass du dir selbst nicht mehr im Weg stehst – sondern Verantwortung als Weg begreifst, aus Erfahrungen Sinn zu machen und aus dir Schritt für Schritt das werden zu lassen, was möglich ist.

Wenn ich C.G. Jungs Satz höre, dann lese ich darin vor allem eine Einladung: hinzusehen.In meiner Arbeit sehe ich oft, d...
22/08/2026

Wenn ich C.G. Jungs Satz höre, dann lese ich darin vor allem eine Einladung: hinzusehen.
In meiner Arbeit sehe ich oft, dass Schatten dort entsteht, wo wir von uns selbst etwas abspalten. Nicht weil wir unvernünftig wären, sondern weil bestimmte Anteile nicht ins gewünschte Bild passen: Wut, Neid, Angst, Härte, auch Bedürftigkeit—oder die Sehnsucht nach Nähe, wenn wir stark wirken sollen. Schatten sind dabei selten bloß „dunkle“ Gefühle. Sie sind Boten und Schutzfunktionen. Sie melden sich, weil etwas gesehen werden will.
Und ich merke: Der Schatten verschwindet nicht durch Verdrängung. Er wird eher größer. Deshalb ist Schattenarbeit für mich nicht „dunkel werden“, sondern ehrlicher werden—Gefühle zulassen, ohne ihnen sofort eine Identität aufzuzwingen. Wenn wir ihn integrieren, gewinnen wir Wahlmöglichkeiten zurück. Wir handeln weniger aus Projektionen und mehr aus Bewusstsein.
Es geht es also nicht darum, das Unliebsame zu feiern. Sondern darum, ihm die Angst zu nehmen: den Schatten in den Raum holen, in dem er nicht länger heimlich steuert. Ganzheit entsteht, wenn wir uns begegnen, statt uns zu bekämpfen.

Dieser Gedanke von C. G. Jung begegnet mir in der Psychotherapie immer wieder, weil er so deutlich macht: Glück ist nich...
15/08/2026

Dieser Gedanke von C. G. Jung begegnet mir in der Psychotherapie immer wieder, weil er so deutlich macht: Glück ist nicht die Abwesenheit von Schmerz, sondern das Erleben von Helligkeit im Zusammenhang mit dem, was zeitweise dunkel ist.
Viele Menschen versuchen, Traurigkeit wegzudrücken oder sie als „Fehler“ zu deuten: Wenn ich endlich alles richtig mache, müsste es emotional dauerhaft leichter werden. Aber Traurigkeit ist kein Fremdkörper, den man nur dulden sollte, bis er verschwindet – sie ist ein Widerpart, ohne den Glück oft gar nicht klar spürbar wäre.
Gerade weil Dunkelheit da ist, kann man unterscheiden: ein echtes Aufatmen, ein Moment von Verbundenheit, ein Lachen, das nicht erzwungen wirkt. Glück wird dadurch nicht „schöngefärbt“, sondern verständlicher und bedeutungsvoller. In meiner Arbeit wünsche ich mir für Menschen vor allem eine Entlastung in der Haltung: Beide Gefühle dürfen da sein – und wenn Traurigkeit ihren absolut endgültigen Charakter verliert, öffnet sich Raum für anderes Erleben.
So wird Glück nicht trotz Traurigkeit unmöglich, sondern häufig erst durch den Kontrast wieder wahrnehmbar. Jungs Gedanke ist kein Plädoyer für Schmerz und Trauer, er steht vielmehr für die Idee, dass der Kontrast Konturen schärft und wertvolles, nicht selbstverständliches bewusster erleben lässt.

In Gesprächen mit Patienten oder Patientinnen spüre ich häufig, wie stark Menschen den Impuls haben, ihr inneres und äuß...
08/08/2026

In Gesprächen mit Patienten oder Patientinnen spüre ich häufig, wie stark Menschen den Impuls haben, ihr inneres und äußeres Leben vollständig zu planen und zu kontrollieren. Doch das verneint etwas Grundsätzliches: Lebendigkeit, Berührung und Selbstwirksamkeit entstehen aus der Begegnung mit dem Unverfügbaren. Therapie bedeutet dann nicht, Unruhe auszuschalten oder alles vorhersehen zu können, sondern einen Umgang zu lernen, der trägt, wenn wenig oder nichts garantiert ist.
Das Unverfügbare begegnet uns ganz praktisch: wenn ein Plan nicht aufgeht, wenn Gedanken nicht sofort „wegtrainiert“ sind, wenn Gefühle da sind und bleiben dürfen, ohne dass sie Befehle werden. Wenn Risse im Kontinuum der Emotionen oder der Lebenslinie aufbrechen. Echte Berührung entsteht für mich dort, wo wir aufhören, das Leben auf Kontrolle zu reduzieren – und stattdessen echten Kontakt zulassen: mit Angst, Scham, Wut, Sehnsucht, aber auch mit dem, was gerade nicht steuerbar ist.
Und zugleich bleibt die Richtung klar, wie der große Soziologe Hartmut Rosa meint: Eine Welt, die vollständig gewusst, geplant und beherrscht wäre, wäre eine tote Welt. Nicht weil Ordnung unwichtig wäre, sondern weil Leben immer einen Anteil Überraschung, Grenze und Verletzlichkeit enthält. Mein Wunsch ist daher: Wir üben Bewegung statt Perfektion – wir halten das Unplanbare aus, ohne es zu vermeiden, und machen handlungsfähig, auch wenn das Ungewisse bleibt. So wird aus Technik Begegnung, und aus Veränderung echte Erfahrung.

Ich erlebe häufig, wie Klientinnen und Klienten in Gedanken an gestern hängen bleiben oder sich an morgen verlieren. Und...
01/08/2026

Ich erlebe häufig, wie Klientinnen und Klienten in Gedanken an gestern hängen bleiben oder sich an morgen verlieren. Und oft ist es gar nicht das eigentliche Ereignis, das so schwer wiegt, sondern die Art, wie wir es in uns weiterlaufen lassen, als wäre es schon wieder „jetzt“. Gestern und das Morgen sind dann nicht einfach Zeiten – sie werden zu inneren Räumen. Wenn wir uns darin zu lange aufhalten, kann die Seele nicht richtig atmen. Sie bleibt in Spannung, in Wachsamkeit, in Wiederholung. Und dann passiert etwas Subtiles, aber Tragendes: Der Blick auf das Heute verengt sich, weil ein Teil deiner Aufmerksamkeit ständig nach dem sucht, was längst vorbei ist, oder nach dem, was vielleicht nie in der Art eintrifft, wie du es im Kopf schon erlebst. So können Probleme von gestern wie eine unsichtbare Gegenwart wirken und seelisch „nachklingen“, obwohl der Moment längst abgeschlossen ist. Der Augenblick ist für mich immer wieder wie ein Ort, an dem das innere System sich neu ordnen kann. Wenn wir im Hier ankommen, wird das, was gerade da ist, klarer – nicht unbedingt leichter, aber besser einordbar. Das bedeutet nicht, dass Gefühle ausradiert werden sollen oder dass du nicht trauern oder lernen darfst. Frage dich heute: Was ist gerade da – in meinem Körper, in meiner Umgebung, in dieser kleinen Begegnung, in diesem Moment? Und wenn du es versuchst, wirst du vielleicht merken, dass Heilung nicht nur ein großes Ziel ist, sondern etwas, das im Augenblick beginnt: leise, ehrlich, realistisch. Genau im Jetzt, wo die Seele wieder lernt, dass es mehr gibt als gestern und morgen – nämlich das Wunder, gerade jetzt leben zu können.

25/07/2026

Ich erlebe oft in der Therapie, wie schnell Menschen bei einem „Ja“ stehen bleiben. „Ja, ich will das schaffen.“ „Ja, das ist mir wichtig.“ „Ja, ich bin bereit.“
Und dann frage ich – ganz leise, aber konsequent: Woran genau würdest du merken, dass es gelingt?
Denn aus verhaltenstherapeurischer -Sicht ist ein „Ja“ ohne „Wie“ eher ein Wunsch als ein Plan. Und Wünsche sind manchmal stark im Gefühl, aber schwach in der Umsetzung. Jedes „Ja“ braucht ein „Wie“. Nicht, um dich klein zu halten. Sondern um dich wirksam zu machen.
Wenn jemand sagt: „Ja, ich möchte meine Gewohnheiten ändern“, dann übersetze ich das gedanklich in: Welche konkreten Schritte passieren als Nächstes?
Wie sieht der erste Versuch aus – so klein, dass er morgen machbar ist?
Wie begegnen wir Rückschritten, ohne dass sie alles kaputtmachen?
Denn Verhalten verändert sich nicht durch Motivation allein, sondern durch Handlung – durch Wiederholung, durch Anpassung, durch ein sinnvolles System.
Manchmal ist das „Wie“ nicht glamourös. Es ist nicht perfekt. Es ist schlicht ein Satz, den du dir vorher sagst, wenn es schwer wird oder eine Entscheidung für den nächsten Schritt, bevor der Impuls dich trägt.
Wenn du gerade irgendwo ein „Ja“ in dir spürst: Schreib dir dazu das passende „Wie“. Mach es konkret. Mach es überprüfbar. Mach es machbar.
Denn dein Gehirn liebt Klarheit. Und dein Leben reagiert auf Handlungen.
Du musst nicht alles auf einmal können. Du musst nur das „Wie“ für den nächsten Schritt kennen.
Wenn du magst, schreib mir in die Kommentare: Welches „Ja“ willst du wirklich leben – und welches „Wie“ würdest du heute dafür festlegen?

20/07/2026
In der Psychotherapie geht es nicht nur um Entscheidungen an sich, sondern um das Vertrauen hinter der Entscheidung. Ver...
18/07/2026

In der Psychotherapie geht es nicht nur um Entscheidungen an sich, sondern um das Vertrauen hinter der Entscheidung. Vertrauen in die eigene Fähigkeit, den nächsten Schritt zu gehen, Vertrauen in den Prozess des Lernens aus jedem Ergebnis und Vertrauen in den Raum, der entsteht, wenn der innerliche Lärm sich verzieht. Ein gefasster Entschluss bedeutet nicht, dass der Weg sofort perfekt ist; er bedeutet vielmehr, dass wir uns mutig auf das Ungewisse einlassen und dem Unklarem eine Form geben.
Ich beobachte oft, wie Menschen sich langwierig in Optionen verfangen, wie Gedankenkreisel beginnen: „Was, wenn ich scheitere?“, „Wie wird das andere bewerten?“, „Ist das wirklich der richtige Weg?“ Der Entschluss, so klein er auch sein mag, setzt einen Schlussstrich unter diese endlosen Wenn und Aber. Er schafft Ruhe, weil der Geist nichts mehr zu verhandeln hat, sobald eine klare Richtung existiert. Ruhe entsteht nicht aus dem Verstecken vor Ängsten, sondern aus dem Annehmen der Verantwortung für die nächste Handlung.
Ich ermutige meine Klientinnen und Klienten, Entschlüsse nicht als endgültige Endpunkte zu betrachten, sondern als Startpunkte eines konstruktiven Prozesses. Ein gefasster Entschluss schafft Struktur in unserem Innenleben, er reduziert innere Widersprüche und schenkt uns die Energie, die wir brauchen, um belastende Muster zu durchbrechen.
Möge jeder gefasste Entschluss dir mehr Ruhe, mehr Klarheit und mehr Platz für das geben, was wirklich zählt: dein Wohl, deine Werte und deine Fähigkeit, wieder in Bewegung zu kommen – Schritt für Schritt, mit Mut, Geduld und dem Vertrauen, dass jeder Schritt, egal wie klein, dich näher zu dir selbst führt.

Oft beginnen psychotherapeutische Sitzungen mit Gesprächen über die Quelle unserer Meinungen und Interessen . Die dazu p...
11/07/2026

Oft beginnen psychotherapeutische Sitzungen mit Gesprächen über die Quelle unserer Meinungen und Interessen . Die dazu passende Weisheit von Marc Aurel trifft dabei besonders auf die Welt der Traumbilder und verfälschten Realitäten der GenZ zu; denn in meiner Praxis sehe ich Jugendliche, die in einem Netz aus kuratierten Bildern, schnellen Likes und scheinbar perfekten Lebensläufen stecken. Die Traumbilder wirken wie Fenster zu einer glitzernden Welt, hinter der oft eine verzerrte Realität steht, welche das Selbstbild verwundbar macht. Wenn eigene Erfahrungen und Gefühle zu wenig Raum bekommen, entsteht eine stille Distanz zwischen dem, wer man glaubt sein zu müssen, und dem, wer man wirklich ist.
Diese Diskrepanz bringt mentale Belastungen mit sich: Selbstzweifel und Identitätskrisen, Perfektionismus, Angst vor Ablehnung, Vergleichsdrang und Minderwertigkeitsgefühle, soziale Erschöpfung sowie Body-Image-Probleme durch unrealistische Schönheitsstandards. Was es dann braucht, ist Rückbesinnung auf den eigenen inneren Quellen: Nicht die Zustimmung anderer, sondern nur der eigene Wertekompass gibt Halt. In der Therapie schauen wir gemeinsam, welche Bedürfnisse hinter dem Wunsch nach Anerkennung liegen und welche Geschichten man sich erzählt, wenn Feedback ausbleibt. Achtsamkeit, ehrliche Selbstreflektion und Pausen von der digitalen Welt helfen dabei, Werte zu klären: Was sind meine echten Werte, unabhängig von Herzen und Followerzahlen? Welche Gefühle tauchen auf, wenn ich mir treu bleibe statt äußeren Erwartungen zu folgen?
Der Weg ist nicht immer sanft: sich zeigen – ohne Filter, ohne Masken – und die innere Wahrheit zu pflegen. Denn die Quelle unserer Meinungen entspringt oft dem Umgehen mit sich selbst, nicht dem Applaus anderer. Wenn wir diese Quelle stärken, verliert Lob seine lähmende Macht und gewinnt an Klarheit, Stabilität und Freiheit. Vielleicht ist das eine der größten Lektionen von Marc Aurel: Die innere Orientierung ist stärker als äußere Bestätigung, auch in einer Welt der glitzernden Traumbilder.

KI als Psychotherapeutin? Die Ansätze sind vielversprechend, teilweise inzwischen sogar kassenfinanziert. Und das virtue...
06/07/2026

KI als Psychotherapeutin? Die Ansätze sind vielversprechend, teilweise inzwischen sogar kassenfinanziert. Und das virtuelle Gegenüber kann schon vieles, ist empathisch und wird immer besser. Anja und ich versuchen bei Salve TV zu klären, wo der Weg noch hinführen könnte.

Kann KI die Therapie unterstützen? Verhaltenstherapeut Frank Bangert ordnet ein: Künstliche Intelligenz ist nur eine Ergänzung, kein Ersatz. Gemeinsam mit Journalistin Anja Ulbricht spricht er über Chancen, Grenzen und den verantwortungsvollen Einsatz im Alltag.

Adresse

Goethestraße 16
Roßleben
06571

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Montag 09:00 - 19:00
Dienstag 09:00 - 19:00
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