Physiotherapie Meyer

Physiotherapie Meyer Nach Verletzungen und Operationen wirst du individuell begleitet, damit es dir schnell wieder besser geht. Komm vorbei und lass uns starten!

Ziele der Behandlungen: Werde wieder fit für die Arbeit und bringe beim Sport deine Höchstleistung. Disclaimer:
Die bereitgestellten Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich als Information und ersetzen keinesfalls eine Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die Verwendung der Inhalte dieser Seite sind für die Erstellung eigenständiger Diagnosen ungeeignet und dürfen

auch nicht für solche Zwecke dafür verwendet werden. Heilbehandlungen finden ausschließlich in einem vereinbarten Termin- und schriftlichen Behandlungsvertragsverhältnis statt, welches mit der Physiotherapie Meyer geschlossen wurde. Eine medizinische Behandlung außerhalb dieses Verhältnisses findet nicht statt.

25/07/2026

Wenn ein älterer Mensch dir sagt, dass er schon gestürzt ist – dann ist das keine einfache Information nebenbei.

Im Prinzip ist es der Anfang von vielen Möglichkeiten, wie sich das Leben danach heftig Verändernd entwickeln kann. Ein Warnsignal. Und wenn wir das weder untersuchen noch behandeln, dann erhöhen wir das Risiko für das, was danach kommt.

Stell dir vor: Deine Mutter stürzt. Nicht im Krankenhaus, nicht beim Sport – einfach zuhause. Und sie liegt. Acht, neun, zehn Stunden. Kann sich nicht helfen, kommt nicht hoch, niemand ist da.

Was in dieser Zeit im Körper passiert – Dehydration, Hypothermie, Druckstellen – heftige Angst, Kontrollverlust - Trauma. Das ist nicht reversibel. Das ist der Beginn eines Abwärtsspirale, die in schlimmen Fällen manchmal direkt in zum Ende des Lebens führen kann.

Das klingt drastisch. Aber das ist die Realität, mit der wir als Therapeuten täglich arbeiten. Wir sehen die Patienten, die nach einem Sturz Angst haben, sich zu bewegen. Angst Unternehmungen zu machen und und und…

Und trotzdem fragen wir zu selten: Wann war der letzte Sturz? Wie oft passiert das? Hat das jemals jemand systematisch untersucht oder eine Therapie gestartet?

Sturzrisiko ist messbar. Es ist behandelbar.
Stürze vermeiden nicht, aber das Risiko senken geht! Aber nur, wenn wir es ernst nehmen – bevor die nächste Nachricht kommt.

21/07/2026

Viele Patienten schaffen es nicht, beim Aufstehen den Oberkörper nach vorne zu neigen. Nicht weil sie zu schwach sind, sondern weil die Angst vor dem Fallen nach vorne die Bewegung blockiert. Die Biomechanik wird dadurch unphysiologisch – Rücklage statt Vorverlagerung – was das Aufstehen entweder unmöglich macht oder das Sturzrisiko tatsächlich erhöht.

Die Lösung liegt im externen Fokus. Statt „Lehnen Sie sich nach vorne“ sage ich: „Schieben Sie den Hocker weg.“ Die Patientin denkt an den Hocker, nicht an ihren Körper. Der Schwerpunkt verlagert sich automatisch – ohne dass die Angst dazwischenfunkt.

Das Theraband am Rollhocker verhindert, dass er unkontrolliert wegschießt, und gibt gleichzeitig einen leichten Widerstand. So entsteht ein sicherer Rahmen, in dem die Patientin die Bewegung wiederholt erfahren kann.

Wer Angst vor dem Fallen nach vorne hat, braucht keine Überzeugungsarbeit – sondern eine Aufgabe, die den Körper zwingt, schnell nach vorne zu kommen. Der Rest passiert von selbst.

Inkontinenz erhöht das Sturzrisiko um 59%. Nicht wegen der Inkontinenz selbst, sondern wegen der Hektik beim Dranggefühl...
16/07/2026

Inkontinenz erhöht das Sturzrisiko um 59%. Nicht wegen der Inkontinenz selbst, sondern wegen der Hektik beim Dranggefühl. Nachts, ohne Licht, auf dem Weg zur Toilette.

Wer gleichzeitig geht und denkt, stürzt achtmal häufiger. In der Praxis sichtbar: Der Patient geht sicher auf dem Laufband – bis du ihn ansprichst. Dann stockt der Schritt.

Untergewicht ist im Alter gefährlicher als ein leichtes Polster. Ein BMI unter 24.5 beschleunigt den Muskelabbau, bevor wir ihn klinisch sehen.

TUG, Berg, Tinetti – wir nutzen sie täglich. Die World Falls Guidelines 2022 sind ernüchternd: Keiner dieser Tests hat eine ausreichende diagnostische Genauigkeit. Ein unauffälliges Ergebnis schützt nicht vor dem nächsten Sturz.

Wer einen Sturz hatte, stürzt dreimal häufiger erneut. Nicht wegen der Verletzung. Weil Angst entsteht – und Angst das Bewegungsverhalten verändert, bevor wir überhaupt beginnen.

08/07/2026

Sprünge adressieren in der Geriatrie zwei zentrale Baustellen gleichzeitig: Die Knochendichte und das Sturzrisiko. Hohe Bodenreaktionskräfte setzen den notwendigen mechanischen Reiz für den Knochenumbau. Ziemlich wichtig bei Osteoporose und leider immernoch nicht der Standard in vielen Therapien, obwohl es Belege für die Sicherheit von impact Training gibt. Gleichzeitig ist die Fähigkeit zur schnellen Kraftentwicklung der entscheidende Faktor für eine effektive Sturzprophylaxe.

Hier moderiere ich diesen Prozess durch meine Position. Am Anfang des Videos stehe ich seitlich und fungiere unbewusst als Haltegriff – ich stehe der Eigenständigkeit der Patientin wortwörtlich im Weg. Das ist mir dann aufgefallen. Der Wechsel in den Hintergrund erhält die taktile Sicherung, zwingt das System aber dazu, das Gleichgewicht beim Landen eigenständig zu organisieren. Selbstständigkeit wächst dort, wo die therapeutische Unterstützung auf das notwendige Minimum reduziert wird.

Das auditive Cueing soll die exzentrische Vorspannung optimieren. Rhythmus hilft manchmal sehr. Durch das Timing „Bei 1 runter, bei Hopp Boom“ kann sie sich drauf einstellen, dass es auf Kommando losgeht.
Dieser Reiz, Sprünge auf Kommando und Landung festigt die Knochenstruktur und schult die reaktive Sicherheit für den Alltag.

06/07/2026

Mein Patient pflegt einen Angehörigen. Er muss ihn mehrmals täglich vom Liegen in den Stand transferieren. Damit er das auch in Zukunft sicher schafft, trainieren wir die Belastung aus seinem Alltag.

Im Video nutzen wir das Landmine-Setup. Er führt das Gewicht eng am Körper nach oben und stabilisiert es im Stand. Bei Sekunde 0:16 siehst du einen kleinen Wackler – das ist der Moment, in dem er die dynamische Last ausbalancieren muss.
Aber:
Ein Mensch hält nicht still wie eine Hantel.

Ich stehe zur Sicherung dicht an ihm. So sammeln wir Belastungserfahrung unter Kontrolle, bevor er im Alltag an seine Grenzen stößt.

04/07/2026

Physiotherapie ist mehr als 3x10 Wiederholungen. Gerade bei Schmerzen geht es oft nicht darum, Strukturen zu stärken oder zu dehnen. Die Biologie schützt stark, was wehtut – durch Sensibilisierung, Schmerz, Vermeidung. Da kommt man mit reinem Training oder nur Gesprächen nicht weit.

Hier kommen Verhaltensexperimente ins Spiel. Stell dir vor, der linke Arm tut bei vielen Bewegungen weh. Aber bei einer bestimmten Aufgabe, die wichtiger ist als der Schmerz, tut er plötzlich nicht weh. Das ist eine Goldgrube für die Reflexion!

Früher habe ich den Fehler gemacht und selbst erklärt, dass es gut lief. Damit habe ich meinen Patienten die Chance genommen, eigene Erkenntnisse zu gewinnen und Nocebos aufzulösen. Heute nutze ich gezielte Fragen, um sie selbst zur Erkenntnis zu führen.

Fragen, die Wunder wirken können:

• “Ruckartige Bewegungen tun am meisten weh, sagst du. Was hast du denn jetzt gerade gemacht?” (Erkennen, dass es anders geht als schmerzhaft erwartet)
• “Was sagt das über deinen Schmerz aus?” (Vielleicht muss ich weniger drauf achten und nicht so vorsichtig sein)
• “Was sagt das über deine Schulter aus?” (Vielleicht ist doch nicht so viel kaputt, wie ich dachte – vielleicht klemmt doch nichts ein)
• “Was kann das für deinen Alltag bedeuten?” (Vielleicht kann ich wieder mehr machen? Wenn ich wieder mehr mache, wird es besser?)

Diese Fragen sind Inspiration. Je nach Situation müssen andere Fragen her. Es geht darum, Patienten ihre eigenen Aha-Momente zu ermöglichen und ihnen so die Kontrolle über ihren Körper zurückzugeben.
Jetzt den Erklärbär zu spielen, macht den Effekt zunichte.
Das ist nachhaltige Schmerztherapie.

01/07/2026

Im Video siehst du das einen Ausschnitt aus einem Intervall des Trainings auf dem Laufband. Während die Patientin im Alltag auf den Rollator angewiesen ist, um Stürze zu vermeiden, nutzen wir das Laufband gezielt für die Belastung.
Da sie es noch nie vorher gemacht hat, stehe ich hinter ihr.

Das Ziel: Den aktuellen Status sichern und eine weitere Verschlechterung verhindern. Durch die Intervalle bei 3 km/h fordern wir das System deutlich stärker heraus, als es im Alltag mit dem Rollator möglich wäre. Wir haben 4x 2 Minuten gehen und 90 s Pause gemacht. Das elastische Widerstandsband am linken Bein unterstützt dabei zusätzlich die Ansteuerung der Schwungphase, um das Hängenbleiben zu reduzieren. Das ist in der Vergangenheit schon passiert.

Wissenschaftlich gesehen ist die Ganggeschwindigkeit der entscheidende Marker für die Mobilität im Alter. Sinkt sie unter 0,8 m/s, steigt das Sturzrisiko massiv an. Training am Limit der individuellen Leistungsfähigkeit ist daher kein Luxus, sondern notwendige Prophylaxe.

Die Aus- und häufige Fortbildung und lernen von exakten Techniken prägt uns Physios stark. Besonders die Idee der „perfe...
26/06/2026

Die Aus- und häufige Fortbildung und lernen von exakten Techniken prägt uns Physios stark. Besonders die Idee der „perfekten Ausführung“ sitzt tief. Aber wie oft halten wir uns selbst oder unsere Patienten damit zurück, wirklich zu lernen?

Eine kleine versteckte Falle - warum ständige Korrektur – das sogenannte Overcoaching – nicht nur kontraproduktiv sein kann, sondern auch die Angst vor Bewegung (Kinesiophobie) verstärkt. Wir Physiotherapeuten haben die Verantwortung, Sicherheit zu vermitteln, ohne dabei die Autonomie unserer Patienten zu untergraben.

Es geht nicht darum, Fehler zu ignorieren, sondern sie als Teil des Lernprozesses zu verstehen. Die Forschung zeigt, dass ein „runder Rücken“ beim Heben nicht per se gefährlich ist und dass bei Rückenschmerzen jede Bewegung besser ist als keine. Overcoaching kann durch Nocebo-Effekte sogar die Schmerzstärke erhöhen und das Vertrauen in den eigenen Körper mindern.

Wann hast du das letzte Mal bewusst eine „unperfekte“ Bewegung zugelassen, weil du wusstest, dass der Patient dadurch stärker wird?

24/06/2026

Das Prinzip der Fehlerverstärkung (Error Augmentation) ist ein zentraler Baustein im motorischen Lernen, besonders relevant bei Patienten mit Sturzrisiko. Es geht darum, das System gezielt herauszufordern.

Im Video seht ihr, wie wir ein „Hängenbleiben“ simulieren, indem ich das Bein der Patientin in der Schwungphase mit einer Gewichtsmanschette mit elastischen Band am Sprunggelenk befestigt habe und dann blockiere. Es ist keine 💯% Imitationen der Fehler, denn sie kann sich drauf einstellen. Ihre Aufgabe ist es, das Gleichgewicht nach der Störung wiederzufinden und weiterzugehen. Hierbei geht es nicht darum, Fehler zu vermeiden, sondern sie bewusst zu provozieren und sogar zu vergrößern.

Das Faszinierende daran: Wenn die Fehler und Ungenauigkeiten der Bewegung größer gemacht werden, erhöht sich die biologische Dringlichkeit für das Nervensystem, sich darauf einzustellen und neue, bessere Strategien zu entwickeln. Das System wird gezwungen, die Diskrepanz zwischen der erwarteten und der tatsächlichen Bewegung zu verarbeiten, was zu einer schnelleren und robusteren motorischen Anpassung führt. Es ist ein „error-based learning“ Therapieansatz.

Wir trainieren in der Einheit auch Schutzschritte und vor allem die reaktive Gleichgewichtskontrolle – die Fähigkeit, auf unvorhergesehene Störungen im Alltag schnell zu reagieren. Das ist essenziell, um Stürze zu verhindern, die durch ein einfaches Hängenbleiben ausgelöst werden.

Denkt daran: Unsere Aufgabe ist es, das System unserer Patienten so zu trainieren, dass es auch unter erschwerten Bedingungen stabil bleibt. Manchmal bedeutet das, sie in der Praxis ins Unerwartete zu ziehen (oder schubsen). 🤭

Wie integriert ihr das Prinzip der Fehlerverstärkung in euer Sturzprophylaxe-Training?

23/06/2026

Hier ist für euch eine einfache, aber effektive Übung für die Sturzprophylaxe, die wir hier in der Praxis nutzen und die Patienten auch problemlos zu Hause umsetzen können. Es geht um Reaktionsschnelligkeit und präzise Koordination – essentielle Fähigkeiten, um Stürze im Alltag zu vermeiden.

Die Übung mit dem Wischmopp mag simpel aussehen, hat es aber in sich: Die Patientin lässt den Mopp unangekündigt los und muss blitzschnell reagieren, um ihn zu fangen, bevor er den Boden berührt. Dabei geht es nicht nur um die reine Geschwindigkeit, sondern auch um die Exzentrik in der Abfangbewegung und die genaue Positionierung der Hände und des Körpers.

Was wir hier trainieren, ist die Fähigkeit, auf unerwartete Gleichgewichtsstörungen zu reagieren – quasi ein kontrolliertes “Spiel” des Systems. Die Patientin im Video demonstriert eindrucksvoll, wie wichtig es ist, auch mal Fehler machen zu dürfen. Jeder Fehlversuch liefert wertvolles Feedback für die Anpassung der Strategie und die Verbesserung der neuromuskulären Kontrolle.

Besonders spannend ist der Transfer in den häuslichen Kontext: Mit einem einfachen Haushaltsgegenstand wie Mopp oder Besen lässt sich dieses Prinzip auch vor der heimischen Couch trainieren. Das erhöht ggf. die Compliance und ermöglicht eine höhere Übungsfrequenz.

Denkt daran: Es geht darum, unsere Patienten kontrolliert aus der berechenbaren Welt zu holen, damit sie draußen auf der Straße stabil bleiben. Eine super Ergänzung für jedes geriatrische Training und ein schönes Beispiel für aktive Sturzprophylaxeaxe. 💪

Was sind eure Erfahrungen mit solchen Übungen im häuslichen Umfeld?

Adresse

Warnowallee 26
Rostock
18107

Öffnungszeiten

Montag 08:00 - 19:00
Dienstag 07:00 - 19:00
Mittwoch 08:00 - 19:00
Donnerstag 07:00 - 19:00
Freitag 07:00 - 13:00

Telefon

+493817688228

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Physiotherapie Meyer erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Die Praxis Kontaktieren

Nachricht an Physiotherapie Meyer senden:

Verknüpfungen

Teilen