20/03/2026
Selbstfürsorge ist kein Egoismus.
Gedankenraum - Text und Bild von Stefanie Schmidt
Menschen zu begleiten, die sterben oder trauern, ist eine zutiefst menschliche und wertvolle Aufgabe. Gleichzeitig kann diese Zeit emotional sehr fordernd sein. Viele Angehörige, Freund:innen oder Kolleg:innen möchten stark sein, zuhören, trösten und einfach da sein – und merken irgendwann, dass ihre eigenen Kräfte schwinden.
Trauer und Abschied bringen oft intensive Gefühle mit sich: Traurigkeit, Wut, Angst, Schuld oder Verzweiflung. Wer begleitet, fühlt sich dabei manchmal hilflos, erschöpft oder überfordert. Das ist normal.
Gerade deshalb ist es wichtig zu wissen: Selbstfürsorge ist kein Egoismus.
Wer sich selbst keine Pausen erlaubt, kann auf Dauer keine stabile Stütze sein. Kleine Auszeiten, Zeit mit anderen Menschen, Bewegung, Hobbys oder einfach Momente der Ruhe helfen, die eigenen Kraftreserven zu schützen.
Sterbe- und Trauerbegleitung ist ein Marathon, kein Sprint.
Erholungsinseln auf diesem Weg sind kein Rückzug – sondern gelebte Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber.
Hilfreich kann dabei sein:
• offen über eigene Grenzen zu sprechen
• verlässliche Absprachen zum Kontakt zu treffen
• kleine Zeichen der Verbundenheit zu senden
• Unterstützung im Umfeld zu teilen
• bei Bedarf auch professionelle Hilfe einzubeziehen
Nur wer gut für sich sorgt, kann auch langfristig für andere da sein.
So bleibt Beziehung tragfähig – auch in schweren Zeiten. 💛