28/02/2022
Mir geht es jetzt nur mal um das Foto. Hier sieht man den Grund, warum Springgamaschen die Beine dort nicht schützen, wo Schutz angesagt wäre. Würden die Gamasche auch die Vorderseite der Beine schützen, würde der Barren-Effekt beim "Touchieren" der Stangen nicht auftreten, das Pferd würde keinen Schmerz spüren und sich evtl beim Springen keine Mühe mehr geben.
Wer sich einmal den Handrücken oder einen Finger(knöchel) gestoßen hat, zB an einer Holztischplatte oder ähnlichem, der weiß, wie schmerzhaft das ist. Pferdebeine haben dort keine schützende Fett- oder Muskelschicht. Jeder Schlag in diesem Bereich geht direkt durch die Haut auf die Strecksehne und auf die Knochenhaut des darunterliegenden Röhr- oder Fesselbeins.
Es ist scheinheilig, wenn Springreiter diese Gamaschen benutzen, weil sie die Pferdebeine schonen wollen und vom Schutz der Beugesehnen sprechen, die beim Springen ganz klar ständiger Überlastungen ausgesetzt sind, gleichzeitig aber bewusst die Schmerzen an den ungeschützten Vorderseiten der Beine bewusst in Kauf nehmen, um beim Reissen eines Hindernisses den "Lerneffekt" zu erzielen, höher zu springen beim nächsten Mal.
Immer noch massive Holzstangen zu verwenden, die Pferde ungeschützt dem Risiko und bewusster Schmerzen auszusetzen, um höher, besser, weiter zu bedienen, ist mMn verwerflich.
Auch Sportkommentatoren sollten endlich mal ehrlich die Wahrheit sagen, wenn ein Pferd auf so eine Weise ein Hindernis gerissen hat und danach schnaubt, die Ohren anlegt und bockt, indem sie nicht sagen: "Oh, da ärgert sich das Pferd selber, das sieht man", sondern die Wahrheit aussprechen, wie zB: "Autsch, das hat ordentlich weh getan, das ist eine typische Schmerzreaktion, die angelegten Ohren, das Schlagen mit dem Schweif und das Schnauben."
Es wird Zeit, genauer hinzusehen und korrekt zu benennen.
The mental and physical indicators of overfacing your horse.