09/08/2026
Ich schon wieder. 😉
Nicht, dass hier jemand denkt, ich wolle eine gewisse Beschwerdekultur wachsen lassen. Oder rumjammern. Oder mich beklagen. Weit gefehlt.
Und gleichzeitig finde ich es durchaus in Ordnung, auch einmal darüber zu schreiben, wenn nicht alles rund läuft.
Auf meinen letzten Post habe ich so unglaublich viele positive Rückmeldungen bekommen. Dafür bin ich wirklich dankbar. Und nein, es ist nicht meine Absicht, damit Reichweite zu generieren. Vielleicht ein kleines bisschen Aufmerksamkeit für ein Thema zu schaffen, das nämlich nicht nur uns hier auf dem Sonnenhof betrifft, sondern in der gesamten Gastronomie und auch darüber hinaus – übrigens auch in meiner medialen Praxistätigkeit – immer wieder ein großes und sehr frustrierendes Thema ist:
No-Shows.
So geschehen gestern.
Vielleicht haben einige von euch meinen Post gelesen, dass durch eine spontane Absage noch sechs Plätze bei uns frei geworden waren. Ihr habt darauf so schnell und begeistert reagiert, dass ich diese Plätze tatsächlich noch vergeben konnte.
Unser Gast, der wegen einer Erkrankung abgesagt hatte, hatte dies dankenswerterweise bereits am Vormittag getan. Und natürlich kann Krankheit immer passieren. Dafür hat jeder Verständnis.
Wir haben uns also gefreut und uns entsprechend vorbereitet. Denn wir begrenzen unsere Gästezahl ganz bewusst auf maximal 35 Personen und kaufen auch entsprechend für diese Anzahl ein.
Dann warteten wir auf eine Familie beziehungsweise eine Reservierung für sechs Personen um 17 Uhr.
18.15 Uhr – niemand da.
Also habe ich angerufen. Die Dame versicherte mir, dass sie unterwegs seien und auf jeden Fall noch kommen würden.
Um 19.50 Uhr, also zehn Minuten vor unserer Schließung um 20 Uhr, rief mein Mann noch einmal an und fragte, warum sie denn nun nicht gekommen seien und was wir denn mit den für sie reservierten Schnitzeln machen sollten.
Die Antwort kam in einem ausgesprochen patzigen Ton:
„Keine Ahnung.“
Dann wurde aufgelegt.
Was soll ich sagen?
Ganz ehrlich: Was sagt man dazu?
Unsere AGB haben wir bereits vor einiger Zeit angepasst, weil dies leider nicht das erste Mal passiert ist. Bisher habe ich darüber einfach nicht öffentlich geschrieben, weil ich eben nicht diejenige sein möchte, die ständig über das Negative spricht.
Aber vielleicht könnt ihr euch vorstellen, was es für einen kleinen Betrieb bedeutet, wenn bei einer maximalen Gästezahl von 35 Personen plötzlich sechs Gäste fehlen.
Und jetzt könnte man natürlich sagen: Das ist unternehmerisches Risiko.
Ja. Ist es.
Aber wie mir inzwischen auch andere Gastronomen bestätigt haben, muss sich ein solches Risiko irgendwann zwangsläufig in den Preisen niederschlagen. Denn wenn am Ende nicht mehr als eine schwarze Null übrig bleibt, kann man kein Geschäft führen.
Und genau da liegt für mich das Dilemma.
Ich selbst gehe sehr gerne essen und finde durchaus auch, dass die Preise in der Gastronomie inzwischen hoch sind. Gleichzeitig sehe ich aber von der anderen Seite, wie unglaublich viel Arbeit dahintersteckt – gerade wenn man, wie wir, sehr vieles selbst macht und mit frischen, regionalen Produkten arbeitet.
Bis beispielsweise ein Schnitzel auf dem Teller eines Gastes liegt, steckt erstaunlich viel Zeit, Arbeit und Organisation dahinter.
Deshalb noch einmal ganz klar unser kleiner Hinweis:
Wenn ihr bei uns einen Tisch reserviert, ist diese Reservierung verbindlich, und ich denke, dass dies etwas ist, was sich alle gastronomischen Betriebe von ihren Gästen wünschen!
Und wir möchten wirklich alles dafür tun, unsere Preise nicht weiter erhöhen zu müssen. Denn ich finde es schade, wenn viele wunderbare, zuverlässige Gäste am Ende mehr bezahlen müssen, weil einige wenige das Reservieren eines Tisches offenbar eher als unverbindliche Option betrachten.
Deshalb werden wir bei einem Nichterscheinen künftig eine entsprechende Ausfallgebühr geltend machen.
Dass solche Regelungen inzwischen in vielen anderen Branchen ganz selbstverständlich sind und ich beispielsweise in meiner medialen Tätigkeit mittlerweile komplett auf Vorauszahlung umgestiegen bin, finde ich persönlich übrigens überhaupt nicht schön.
Es ist eine Entwicklung, die mir nicht gefällt.
Und gleichzeitig weiß ich ehrlich gesagt auch nicht, wie man sonst damit umgehen soll.
Vielleicht hat es mit diesem Gefühl zu tun, dass heutzutage irgendwie alles jederzeit und unendlich verfügbar ist. Dass man mehrere Optionen gleichzeitig offenhält und sich dann spontan entscheidet. Vielleicht tragen auch die sozialen Medien ein kleines bisschen zu dieser Haltung bei.
Ich weiß es nicht.
Was ich aber weiß:
Wir freuen uns heute auf unsere vielen Gäste, die zum Mittagessen zu uns kommen. ❤️
Und für alle, die heute spontan Lust auf einen Besuch auf dem Sonnenhof bekommen:
Ab etwa 14 Uhr wird es bei uns wieder etwas ruhiger – und wir haben dann selbstverständlich auch noch etwas Leckeres für euch zu essen.
Wir freuen uns auf euch! 🌿☀️