05/05/2026
Sehr geehrte Patienten,
das geplante Sparkpaket für die gesetzliche Krankenversicherung birgt riesige Gefahren für die Allgemeinmedizin. Nachdem uns in den vergangenen beiden Jahren schon 32.000 Euro für erbrachte Leistungen nicht erstattet wurden ("Budgetierung"), können jetzt nach Berechnungen unserer Berufsverbände bis zu 50.000 Euro pro Jahr gestrichen werden. Wenn man berücksichtigt, dass die Kosten in den vergangenen 3 Jahren um 20 % gestiegen sind, und alle Erhöhungen unserer Vergütungen stets unter Inflation waren, kann man sich ausmalen, was das zu bedeuten hat. Der Betrieb einer Hausarztpraxis wird unwirtschaftlich.
Wir können realistisch gesehen nur an einer einzigen Stelle sparen: Am Personal! Die Personalkosten machen 65 % aus und sind die einzigen veränderlichen Posten, die es gibt. Dass wir das nicht wollen, ist selbstredend. Aber wenn das Sparpaket kommt, werden wir reagieren müssen.
Zu befürchten sind:
➡️ Streichung von Sprechstunden auf das gesetzliche Mindestmaß von 25 pro Woche (inkl. Hausbesuche), um Personal einzusparen
➡️ Somit lange Wartezeiten auf Termine
➡️ Wegfall jeglicher Services, die wir bisher unvergütet geleistet haben
➡️ keine Ausbildung mehr von MFAs, Studenten und Ärztinnen in Weiterbildung
➡️ Keine Aufnahme von Neupatienten, da diese dann nicht mehr oder nur noch zu Bruchteilen vergütet werden könnten
➡️ Weitere Terminrationierung für Bestandspatienten, damit der Anteil an Gratisarbeit so minimal wie möglich bleibt
➡️ Im schlimmsten Fall Praxisaufgabe. 25 km weiter südlich herrscht großer Bedarf. 🇨🇭
Nach jetzigem Stand werden viele ältere Kollegen in den Ruhestand gehen, deren Patienten aber nicht mehr in die verbleibenden Praxen aufgenommen. Es droht der Zusammenbruch der primärärztlichen Versorgung, die eigentlich laut Koalitionsvertrag hätte gestärkt werden sollen. Viele Versicherte werden dann voll bezahlen, aber nur noch im Notfall behandelt.
Das Geld geht aber an völlig anderer Stelle im System verloren: In Kliniken, in der Pharma, in unsinnigen Mehrfachstrukturen, in Bürokratie, im Regulierungswahn, im Outsourcing, ... . Der ambulante Sektor ist das effektivste und zugleich schwächste Glied, weswegen die Vorgenannten weitestgehend verschont bleiben.
Wir bitten daher um Ihre Mithilfe!
1️⃣ Teilen Sie diesen Eintrag so oft es nur geht!
2️⃣ Teilen Sie den Politikern Ihrer Wahl mit, was Sie von den Sparplänen der Regierung halten. Auf allen Ebenen, von der Kommune bis zum Bund.
Vielleicht können wir zusammen den endgültigen Beschluss im Bundestag noch verhindern!
Ihr AMM.care-Team
-beitragsstabilisierungsgesetz
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