08/09/2026
Wenn du zu den Menschen gehörst, die gerade eine Ohrfeige nach der nächsten bekommen, obwohl sie wirklich versuchen, Dinge anders zu machen, musst du das lesen.
Du fängst an, dich mit dir zu beschäftigen, erkennst langsam, was du da eigentlich seit Jahren machst, setzt vielleicht zum ersten Mal eine Grenze, triffst andere Entscheidungen und denkst dir:
Okay. Jetzt müsste es doch langsam mal leichter werden.
Hahahaha.
Nein.
Plötzlich werden Beziehungen komplizierter, weil du nicht mehr alles schluckst.
Du erkennst mitten in einer Situation: Scheiße, ich mache es GERADE schon wieder.
Und als wäre das nicht genug, kommt irgendwann dieser richtig unangenehme Punkt, an dem du merkst:
Ja, meine Vergangenheit hat mich geprägt.
Ja, andere Menschen haben mir wehgetan.
Ja, ich habe mir vieles davon nicht ausgesucht.
Aber ich bin heute diejenige, die entscheiden muss, was ich damit mache.
Und uff.
Das war für mich eine der unangenehmsten Erkenntnisse überhaupt.
Weil verstehen irgendwie leichter ist.
Du kannst analysieren, warum du so geworden bist.
Du kannst deine Kindheit auseinandernehmen.
Du kannst deine Beziehungsmuster kennen und jeden Trigger erklären.
Aber irgendwann sitzt du da und merkst:
Okay und was machst du JETZT damit?
Awww... da wird’s unbequem.
Das Neue fühlt sich nicht automatisch gut an, nur weil es besser für dich ist. Es fühlt sich erstmal komplett falsch an.
Du weißt plötzlich nicht einmal mehr so richtig, wer du eigentlich bist, wenn du nicht mehr die Starke, Angepasste, Vernünftige oder die bist, die alles alleine schafft.
Ich glaube, genau diesen Teil von Veränderung unterschätzen wir komplett. Es gibt diese Phase, in der du für das Alte schon zu bewusst bist, aber das Neue noch überhaupt nicht selbstverständlich geworden ist.
Diese Phasen können richtig wehtun, weil du zum ersten Mal nicht einfach automatisch das tust, was du schon immer getan hast und gleichzeitig es sich so scheiße schwer anfühlt.
Also falls du gerade versuchst, Dinge anders zu machen und dir denkst:
Warum zur Hölle wird es gerade nicht leichter, bist du wahrscheinlich an dem Punkt angekommen, an dem Verstehen allein nicht mehr reicht.