24/08/2026
Schwester Gundina, Schwester Monegund, Schwester Engeltraud und Schwester Zita Maria blicken in diesem Jahr gemeinsam auf beeindruckende 235 Jahre Profess zurück. Sr. Gundina feierte ihr 65-jähriges Jubiläum, Sr. Engeltraud und Sr. Monegund jeweils 60 Jahre, Sr. Zita Maria 50 Jahre.
Die Wege in den Orden waren so unterschiedlich wie die vier Frauen selbst. Keine von ihnen beschreibt den Eintritt als geradlinige Entscheidung, sondern als einen Weg, der sich nach und nach entwickelte. So kam Sr. Monegund während ihrer Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in Schwäbisch Gmünd erstmals intensiver mit Ordensschwestern in Kontakt. Die Begegnungen im Krankenhaus ließen sie nicht mehr los. Nach einigen Jahren Berufserfahrung reifte der Entschluss, selbst Teil dieser Gemeinschaft zu werden. 1963 trat sie in Untermarchtal ein.
Auch Sr. Zita Maria fand ihren Weg Schritt für Schritt. Nach der Schule lernte sie zunächst das Leben in einem Kloster kennen und arbeitete im hauswirtschaftlichen Bereich. Später entdeckte sie ihre Freude an der Arbeit mit Kindern. Mit 23 Jahren entschied sie sich für den Eintritt in den Orden. „Das war für mich genau das richtige Alter – nicht zu jung und nicht zu alt“, sagt sie.
Für die Vinzentinerinnen ist die jährliche Erneuerung der Profess ein wichtiger Moment der Vergewisserung. Es geht darum, sich erneut bewusst zu machen, wofür man steht: für die Nachfolge Jesu, für die Gemeinschaft und für den Dienst an den Menschen – ganz im Geist des heiligen Vinzenz von Paul.
Dass ein Ordensleben nicht nur aus einfachen und geraden Wegen besteht, erzählen die Schwestern offen. So erinnert sich Sr. Engeltraud, dass ihr Eintritt zunächst auch eine Flucht aus familiären Spannungen war.
Nach all den Jahren sind sich die vier Schwestern einig: Würden sie ihr Leben noch einmal leben, sie würden denselben Weg wieder gehen. Nicht, weil immer alles leicht gewesen wäre. Sondern gerade, weil auch schwierige Erfahrungen zum eigenen Weg gehören. „Es ist immer ein Auf und Ab“, sagt eine Schwester. Und doch überwiegt die Dankbarkeit. „Ich bin dankbar für alles – auch für das, was nicht so gut war“, lautet eine ihrer Botschaften.