23/12/2013
Häusliche Gewalt – was tun?
Informationen vom Familienstützpunkt Nordfriesland
Markt 6 in 25836 Garding Telefon 04862 1041 161
man(n) prügelt, schlägt, schubst, spuckt, kneift, schreit, droht nicht!
Gewalt in der Familie, Gewalt in der Beziehung, Gewalt gegenüber ihrer Partnerin, Gewalt gegenüber ihrem Partner, Gewalt gegenüber ihren Kindern. Das ist häusliche Gewalt. Dabei müssen Partner/ Familien nicht zusammen in einem Haushalt wohnen.
Diese Gewalt geht uns alle an. Immer. Seien Sie bitte gerade in der Weihnachtszeit sensibel für Gewalt in ihrer Nachbarschaft, in ihrer Verwandtschaft, in ihrer eigenen Familie.
Statistisch zeigen die Fälle häuslicher Gewalt besonders in den Weihnachtstagen inen starken Anstieg.
Haben Sie im Bewusstsein:
In vielen Familien ist an den kommenden Tagen Gewalt eine traurige Realität.
Schauen Sie hin, vielleicht braucht eine Familie und ein Kind gerade jetzt genau IHR Handeln.
Das ist ja alles gut und schön, aber woran erkenne ich denn überhaupt häusliche Gewalt?
Die UN-Erklärung von 1993 erklärt als „Gewalt gegen Frauen“
„... jede gegen Frauen auf Grund ihrer Geschlechtszugehörigkeit gerichtete Gewalthandlung, durch die Frauen körperlicher, sexueller oder psychologischer Schaden oder Leid zugefügt wird oder zugefügt werden kann, einschließlich der Androhung derartiger Handlungen, der Nötigung und der willkürlichen Freiheitsberaubung ...“
Auch Stalking und die bewusste finanzielle Abhängigkeit ist Gewalt.
Häusliche Gewalt zeigt sich fast immer in einer Kombination der genannten Formen. Gewalttätige Handlungen sind in der Regel keine Einmaldelikte, sondern Bestandteil eines Misshandlungssystems, in dem die Abstände zwischen den Vorfällen kürzer werden und die Heftigkeit der Gewalt zunimmt. Eine der gefährlichsten Phasen ist die für die von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder ist die Zeit einer Trennung/Scheidung.
Aber es wird doch in jeder Ehe/ Beziehung mal gestritten. Übertreiben Sie da nicht?
Nein! Ganz klar nein. Wir reden hier nicht von Streitigkeiten. Häusliche Gewalt ist ein Straftatbestand.
Dabei ist die Grenze zum Streit sehr deutlich gezogen, hier geht es nicht um „einfache“ Meinungsverschiedenheiten.
Der Begriff der häuslichen Gewalt erfasst alle Formen von Misshandlungen – sowohl physische als auch psychische und sexuelle –, begangen an einem Familienmitglied, insbesondere einer Frau, durch andere (in der Mehrzahl männliche) Familienangehörige.
Das mag ja sein, aber bei uns und unseren Freunden kommt das nicht vor!
Nein? Was macht Sie so sicher?
Denn:
Häusliche Gewalt kommt in allen Schichten vor!
Häusliche Gewalt ist unabhängig von Bildungsstand, Einkommen Status, Kultur, Herkunft und Alter.
Und denken Sie an die Rolle der Kinder:
Kinder, die in einer Gewaltbeziehung aufwachsen, werden unter umständen ebenfalls misshandelt. Doch auch wenn sie keine direkte Gewalt erfahren, sind sie stets Zeugen und somit Opfer der miterlebten Gewalt. Sie sehen, hören, spüren immer die Gewalt, die jemand gegenüber einer dem Kind wichtigen Bezugsperson ausübt. Das ist seelische Gewalt!
Und was kann ich tun?
Ich will mich da auch nicht einmischen, dass macht doch dann alles noch schlimmer
Sprechen Sie Nachbarn an, ob auch sie Beobachtungen gemacht haben. Sprechen Sie die Familie an, drücken Sie ihre Sorge aus und platzieren Sie Hilfeangebote. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Täter in der Konfrontation Gewalthandlungen leugnen. Rufen Sie die Polizei, informieren Sie telefonisch/schriftlich – auch anonym – das Jugendamt . Haken Sie hier ruhig nach, bringen Sie Ihre Sorge wiederholt zum Ausdruck. Und wenn Sie das Gefühl haben...da geht nichts....wenden Sie sich an die Amtsleitung des Jugendamtes oder die Bürgermeisterin/ den Bürgermeister oder die Landrätin/ den Landrat ihres Wohnortes.
Und was kann ich als von häuslicher Gewalt betroffenes Elternteil machen?
Bitte stellen Sie sich die Frage:
Ist es mir möglich meine Kinder zu schützen?
Beantworten Sie sich die Frage bitte ganz ehrlich.
Aber was kann ich denn schon machen? Ich weiß nicht, was ich tun kann und tun soll!
Bitte suchen Sie sich und ihren Kindern Hilfe und Unterstützung.
Häusliche Gewalt ist kein Kavaliersdelikt. Häusliche Gewalt ist ein Straftatbestand und hat für die kindliche Entwicklung unter Umständen erhebliche Folgen!
Haben Sie:
*Freunde
*Verwandte
*Nachbarn
denen Sie sich anvertrauen können, die Sie unterstützen? Nehmen Sie Kontakt auf. Erklären Sie die Situation und bitten Sie sie um Unterstützung und Hilfe. Haben Sie bitte keine Scham, dass ausgerechnet Ihnen das passiert. Denken Sie bitte nicht daran, was die anderen jetzt von Ihnen denken sollen. Seien Sie mutig. Ihre Kinder brauchen jetzt Ihren Mut!
In der akuten Gefährdungssituation rufen Sie die Polizei über die Notfallrufnummer 110.
Wenden Sie sich an die Rufbereitschaft des für ihren Wohnort zuständigen Jugendamtes. Die Rufbereitschaft erreichen Sie in Schleswig Holstein über die Rufnummer der Rettungsleitstellen oder auch über die Notrufnummer der Polizei 110
Oder wenden Sie sich an ein Frauenhaus in ihrer Nähe
*Polizei
*Rufbereitschaft Jugendamt
*Frauenhaus
Die Polizei? Was kann die denn schon tun? Die macht doch eh nichts.
Doch Sie kann und doch sie wird in einer akuten Gefährdungssituation etwas tun , denn....
In einer akuten Notsituation kann die Polizei durch eine sogenannte Wegweisung den Täter zur Gefahrenabwehr sofort aus dem Umfeld des Opfers verweisen, schon bevor ein gerichtlicher Beschluss vorliegt. Die Wegweisung erfolgt auf der Grundlage des § 201 Landesverwaltungsgesetzt ( LVwG) und kann für einen Zeitraum von bis zu 14 Tagen ausgesprochen werden.
Polizeiliche ...was?
Polizeiliche Wegweisung bedeutet:
Verweisung des Täters aus der Wohnung, dass mit einem Betretungsverbot für die Wohnung verbunden ist.
Und was kann ich als Täter tun?
Sagen Sie ja. Ja, ich bin Täter. Ja, ich habe mich nicht im Griff und bin gewalttätig. Ja, ich brauche Hilfe.
Es gibt Einzel- und Gruppenangebote für Täter. Ja, Sie sind Täter. Sie brauchen ein spezielles Angebote für Täter. Sie sind kein Opfer. Wachen Sie auf. Niemand außer Ihnen hat Schuld und niemand ist verantwortlich für das, was Sie getan haben.
Bitte informieren Sie sich an ihrem Wohnort über mögliche Angebote.
Ich bin ein Mann und ich bin Opfer von häuslicher Gewalt. Was kann ich tun?
Sie sind nicht alleine. Es gibt mehr Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt werden, als wir uns alle vorstellen können. Oft wird damit gedroht, dass Männer ihre Kinder nicht mehr sehen werden, sie das Sorgerecht verlieren und finanziell ruiniert werden.
Männer schweigen aus Schamgefühl. Männer sind doch keine Opfer. Doch, auch Männer sind Opfer.
Der Familienstützpunkt Nordfriesland bietet Familien, Müttern, Väter Kindern, Jugendlichen Beratung und Unterstützung. Nutzen Sie unsere langjährige Erfahrung in der Trennungs- und Scheidungsberatung, Scheidungsmediation, Besuchs- und Umgangsbegleitung, des Familiencoachings, Kinder- und Jugendcoachings und Gruppenangeboten für Scheidungskinder.
Bei uns stehen Sie mit ihrem Anliegen im Mittelpunkt. Wir bewerten und beurteilen nicht. Gemeinsam finden wir Lösungs (t) räume, passgenau und maßgeschneidert für ihre Situation.
Sie erreichen den Familienstützpunkt Nordfriesland unter der Anschrift:
Markt 6 in 25836 Garding, Telefon 04862 1041161
Mit uns arbeiten Sie auch Abends oder an den Wochenenden an ihrer Veränderung.
Denn, wenn andere schon lang Feierabend haben, sind wir für Sie noch immer erreichbar.
Hier finden Sie eine Liste der Erreichbarkeit der Jugendämter....leider von 2009
http://www.schleswig-holstein.de/MSGFG/DE/Service/Broschueren/PDF/kinderschutzErreichbarkeit__blob=publicationFile.pdf
Häusliche Gewalt Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4usliche_Gewalt .C3.A4nnliche_Opfer