17/08/2026
Das Team der Diabetologie am Klinikum Landkreis Tuttlingen (KLT) legt eine aktuelle klinische Studie zu Smartphone-Apps vor, wie sie immer mehr Patienten mit Diabetes mellitus zur Verbesserung ihrer Diabe-teseinstellung einsetzen. Diese Anwendungen schätzen per Foto-Analyse die Kohlenhydrate auf dem Teller. „Viele Apps versprechen jedoch deutlich mehr, als sie halten können“, lautet Dr. Michael Böschs Fazit. Der ärztliche Leiter des Diabeteszentrums am KLT hat als Studienleiter fungiert und kritisiert: „Dar-über hinaus sind die Apps sehr intransparent gehalten – keine offenbart einen Blick in Ihren Algorithmus. Man kauft also immer eine Black Box.“ Das sei typisch für Künstliche Intelligenz.
Nicht nur insulinpflichtige Menschen mit Diabetes müssen wissen, wie viele Kohlenhydrate sie zu sich neh-men, auch Sportler und Menschen, die Gewicht abnehmen wollen, zählen häufig Kalorien. Nachdem ein Patient die Schulung zum Thema „Kohlenhydrate schätzen“ mit der Begründung abgelehnt hatte, er habe doch eine App für diesen Zweck, führten Dr. Bösch und sein Team eine eigene Studie zum Thema durch. Ihre statistische Auswertung zeigte, dass alle analysierten Apps die tatsächliche Kohlenhydrat-Menge deutlich überschätzen. Was bedeutet, dass Insulin zur Mahlzeit stets zu hoch dosiert wird, wenn man diese App-Schätzungen für bare Münze nimmt. So riskieren Menschen mit Diabetes allerdings Un-terzuckerungen. Details zur Studie gibt es auf www.klinikum-tut.de.