23/01/2023
Dass die meisten vorgeburtlichen Behandlungsverfahren etabliert und nicht mehr experimentell sind, ist immer noch zu wenigen Frauenärzt*innen und Pränatalmediziner*innen bewusst.
Heißt: Man weiß, dass sie Sinn machen, dass man vielen Kindern helfen und Behandlungen risikoarm für betroffenen Schwangere durchgeführt werden können. Für viele Bereiche benötigen wir zwar noch mehr wissenschaftliche Daten zu langfristigen Therapieauswirkungen, das steht außer Frage. Dennoch wurde inzwischen eine solide Grundlage geschaffen, Kinder in einem breiten Spektrum verschiedenster Erkrankungen erfolgreich zu behandeln - so, wie wir es am DZFT anbieten.
Vor diesem Hintergrund haben wir begonnen, einmal pro Woche interdisziplinäre, von der Ärztekammer zertifizierte Weiterbildungen anzubieten, die offen sind für alle interessierten Kolleg*innen. Sie enthalten Inhalte zu vorgeburtlicher Behandlung und darüber hinaus den „State of the Art“ entsprechender nachgeburtlicher Therapien.
Wichtig ist uns auch hierbei, perspektivisch zu denken: In den vergangenen Monaten haben wir mit der Bundesärztekammer und verschiedenen Lehrstuhlinhaber*innen Kontakt aufgenommen, damit es im Bundesweiterbildungskatalog unsere wie auch andere fest verankerte Fortbildungen geben kann - entweder im Sinne einer Facharztausbildung oder einer sogenannten Schwerpunktbezeichnung. Auf diese Weise würden hohe Therapiestandards gesetzt und sichergestellt, dass nur entsprechend geschulte und „zertifizierte“ Mediziner*innen Behandlungen an ungeborenen Kindern vornehmen.
Dieses Ziel wird allerdings sicher erst in ein paar Jahren erreicht sein können, wenn alle Gremien durchlaufen und erfahrungsgemäß auftauchende Hindernisse überwunden sind. Bis dahin sollten betroffene Eltern unbedingt Kontakt zu den wenigen auf vorgeburtliche Behandlungen spezialisierten Zentren aufnehmen. Sehr ans Herz legen wir ihnen außerdem - im Sinne einer neutralen und erfahrenen Beratung - den Bundesverband zur Begleitung von Familien vorgeburtlich erkrankter Kinder BFVEK e.V.
Ausführliche Informationen (in englischer Sprache) zu aktuellen Möglichkeiten der Fetalchirurgie und einer zukünftigen Ausrichtung finden Sie auf unseren Internetseiten: Livesaving Treatments (Autor: Prof. Dr. Thomas Kohl, DZFT): https://dzft.de/download/
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