14/06/2026
Einsatz in Kamerun | 2. Einsatz in der Yassa-Klinik, St. Jean de Dieu Orden, in Douala
Mit rund 4,5 Mio. Einwohnern ist Douala die größte Stadt Kameruns. Das von den Brüdern des Ordens, St. Jean de Dieu, gut vorbereitete Camp sollte eigentlich lediglich Klumpfussoperationen durchführen. Aufgrund des Bedarfs vor Ort wurden nach Rücksprache mit unserem Team vorwiegend Kinder und Jugendliche mit ausgeprägten Beinachs-Deformitäten (X- und O-Bein) und nur einige kindliche Klumpfusspatienten einbestellt.
Beinachs-Deformitäten - oft aufgrund von Vitamin D-Mangel, aber auch genetisch bedingt - stellen angesichts der Häufigkeit ein großes medizinisches und soziales Problem dar.
Durch ihre Behinderung erfahren die betroffenen Kinder und Jugendlichen ausgeprägte soziale Stigmatisierung und Mobbing in der Schule.
Kamerun, früher Deutsch Westafrika, befindet sich im Westen von Zentralafrika am Atlantik. Es besteht aufgrund der französischen und englischen Kolonialgeschichte seit seiner Unabhängigkeit 1960 je aus einem französisch und englisch sprechenden Teil, wobei es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen diesen Gebieten kommt. Die Region Douala ist jedoch friedlich. Das Land liegt direkt oberhalb des Äquators und die klimatischen Bedingungen, unter denen wir gearbeitet haben, sind in dem tropischen Land mit Temperaturen bis 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit trotz klimatisiertem OP herausfordernd und anstrengend.
Unser Einsatz war über Flyer und Plakate angekündigt worden, sodass wir nach komplikationsloser Anreise am 1. Tag das Screening der vorbestellten Patienten innerhalb eines Tages durchführen und den OP-Plan bis zum Abreisetag ausfüllen konnten. Einige Patienten mussten auf den nächsten Einsatz vertröstet werden. Die Mitarbeiter im Hospital sind in der Regel zweisprachig, sodass eine Verständigung gut möglich war. Hilfreich waren für das Patientenscreening, die Gespräche und Aufklärung der Angehörigen und die spätere Betreuung der kleinen Patienten die Französischkenntnisse von fast allen Teammitgliedern. Das OP-Personal vor Ort war sehr engagiert und gut ausgebildet, die hygienischen Voraussetzungen im OP waren gut. Störend waren allenfalls die häufigeren Stromausfälle vor allem in der 2. Arbeitswoche.
Der Einsatz verlief auch aufgrund der vorhandenen Einsatzerfahrung aller Teammitglieder komplikationslos, harmonisch und zeichnete sich durch eine sehr gute, enge Zusammenarbeit aus. In der Abschlussbesprechung mit Bro Linus betonte der Direktor der Klinik immer wieder das große Interesse an weiteren Einsätzen auch mehrmals im Jahr.
Der Bedarf sei sehr groß. Man wünsche eine engere Zusammenarbeit mit INTERPLAST.
Mehr Informationen über INTERPLAST gibt es auf www.interplast-badkreuznach.de