Praxis für ganzheitliche Naturheilkunde und Chiropraktik Alexandra Nau

Praxis für ganzheitliche Naturheilkunde und Chiropraktik Alexandra Nau Praxis für Naturheilkunde und Chiropraktik Alexandra Nau, Hauptstr. 68, 42555 Velbert-Langenberg

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Warum entstehen hormonabhängige Tumoren häufig erst in den Wechseljahren?Viele Frauen stellen sich eine nachvollziehbare...
19/09/2026

Warum entstehen hormonabhängige Tumoren häufig erst in den Wechseljahren?

Viele Frauen stellen sich eine nachvollziehbare Frage:
Wenn Östrogen das Wachstum hormonrezeptorpositiver Tumorzellen fördern kann, warum treten diese Tumoren dann nicht viel häufiger bei jungen Frauen auf? Schließlich sind die Östradiolspiegel mit 20 oder 30 Jahren im Durchschnitt wesentlich höher als nach der Menopause.

Und gerade wenn während einer Hormonersatztherapie ein hormonrezeptorpositiver Brustkrebs entdeckt wird, liegt der Gedanke nahe: „Ich habe Hormone genommen – also haben die Hormone meinen Brustkrebs verursacht.“

Ganz so richtig ist dieser Zusammenhang allerdings nicht.

Hormonrezeptorpositiv bedeutet zunächst nicht, dass es durch Hormone verursacht wurde.

Wenn ein Brusttumor als hormonrezeptorpositiv bezeichnet wird, bedeutet das zunächst, dass seine Zellen entsprechende Hormonrezeptoren besitzen und hormonelle Signale für ihr Wachstum nutzen können.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Östrogen kann bei einem bereits vorhandenen hormonempfindlichen Tumor ein Wachstumssignal darstellen. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass ein hoher Östrogenspiegel ursprünglich die Ursache dafür war, dass die erste Krebszelle entstanden ist.

Die Entstehung eines Tumors ist vielmehr ein Prozess, der sich häufig über viele Jahre entwickelt. Dabei spielen Alter, genetische Veränderungen, Zellteilungen, Reparaturmechanismen, Stoffwechsel, Körpergewicht, Lebensstil, Entzündungsprozesse, die Gewebemikroumgebung und hormonelle Einflüsse zusammen.

Warum bekommt man dann nicht schon mit 25 Bristkrebs, wenn das Östrogen wesentlich höher ist?

Weil eben nicht allein die momentane Höhe des Östrogenspiegels entscheidend ist.

Eine Brustzelle einer 25-jährigen Frau hat wesentlich weniger Lebensjahre, Zellteilungen und Einflüsse hinter sich als eine Brustzelle mit 45, 50, 60 oder 70 Jahren.

Mit zunehmendem Alter können sich Veränderungen im Erbgut und in der Regulation der Zellen ansammeln. Gleichzeitig verändern sich die Umgebung des Brustgewebes, Immunfunktionen und verschiedene zelluläre Reparaturmechanismen.

Man kann sich das ein wenig wie Sonnenschäden an der Haut vorstellen. Entscheidend ist nicht nur, wie intensiv an einem bestimmten Tag die Sonne scheint. Auch die Belastungen und Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte spielen eine Rolle.

Ähnlich verhält es sich mit dem Brustgewebe. Ein Tumor, der mit 55 Jahren diagnostiziert wird, ist normalerweise nicht wenige Wochen zuvor plötzlich entstanden. Die biologischen Veränderungen, aus denen er hervorgegangen ist, können wesentlich früher begonnen haben.

Jahrzehnte hormoneller Einflüsse spielen ebenfalls eine Rolle

Mit 50 Jahren ist der aktuelle Östradiolspiegel in der Regel niedriger als mit 25. Das Brustgewebe war zu diesem Zeitpunkt aber bereits über Jahrzehnte hormonellen Einflüssen ausgesetzt.

Deshalb betrachten wir beim Brustkrebsrisiko nicht nur den Hormonwert eines einzelnen Tages oder Zyklus.

Die gesamte reproduktive Lebensspanne spielt eine Rolle. So gehören beispielsweise eine frühe erste Menstruation und eine späte Menopause zu den bekannten Faktoren, die statistisch mit einem höheren Brustkrebsrisiko verbunden sind. Denn dadurch verlängert sich die Anzahl der Jahre, in denen das Brustgewebe zyklischen hormonellen Einflüssen und wiederkehrenden Wachstums- und Umbauprozessen ausgesetzt ist. Mit jeder Zellteilung besteht grundsätzlich auch die Möglichkeit, dass Fehler entstehen und sich über Jahrzehnte ansammeln.

Entscheidend ist deshalb nicht allein, welche Hormone eine Frau zum Zeitpunkt der Diagnose einnimmt oder wie hoch ihre Hormonwerte gerade sind. Viel wichtiger ist der Blick auf die gesamte Entwicklung des Brustgewebes über viele Jahre und Jahrzehnte. In dieser Zeit durchläuft es immer wieder hormonell gesteuerte Wachstums-, Umbau- und Rückbildungsprozesse, während sich gleichzeitig mit zunehmendem Alter Veränderungen in einzelnen Zellen ansammeln können. Ein Tumor, der heute entdeckt wird, kann seine biologische Entwicklung daher bereits lange vor Beginn einer Therapie mit bioidentischen Hormonen begonnen haben. Dass er während einer solchen Hormontherapie diagnostiziert wird, bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Hormone ihn ursprünglich ausgelöst haben.

Die Perimenopause ist außerdem keine reine Östrogenmangelphase

Während der Perimenopause sinkt Östradiol nicht gleichmäßig und kontinuierlich ab. Die Werte können erheblich schwanken und zeitweise sogar sehr hoch sein.

Gleichzeitig werden Eisprünge unregelmäßiger. Bleibt ein Eisprung aus, entsteht kein normaler Gelbkörper und damit fällt auch die typische Progesteronproduktion der zweiten Zyklushälfte aus.

Das hormonelle Zusammenspiel verändert sich also.

Progesteron sollte dabei allerdings nicht vereinfacht als universelle „Brustkrebsbremse“ verstanden werden. Die Wirkung von Östrogen und Progesteron auf das Brustgewebe ist komplex und hängt unter anderem von Zelltyp, Rezeptorstatus, Lebensphase und Gewebesituation ab.

Nach der Menopause ist Östrogen nicht plötzlich verschwunden

Auch wenn die Eierstöcke ihre Östradiolproduktion stark reduzieren, bedeutet Menopause nicht „kein Östrogen“.

Östrogene können weiterhin außerhalb der Eierstöcke gebildet werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Aromatase, die Androgene in Östrogene umwandeln kann. Dieser Prozess findet unter anderem im Fettgewebe statt.

Das ist einer der Gründe, weshalb Körperfett und Stoffwechselsituation gerade nach der Menopause für das Brustkrebsrisiko relevant werden können.

Und eine hormonrezeptorpositive Tumorzelle benötigt keineswegs die hohen Östradiolkonzentrationen einer 25-Jährigen, um auf ein hormonelles Signal reagieren zu können.

Das erklärt einen scheinbaren Widerspruch: Obwohl die Östradiolspiegel nach der Menopause deutlich niedriger sind, treten hormonrezeptorpositive Mammakarzinome mit zunehmendem Alter häufiger auf.

Alter ist also ein ganz entscheidender Faktor.

Was passiert nun, wenn Hormone in den Wechseljahren gegeben werden?

Hier wird die Diskussion besonders emotional.

Wenn eine Frau eine Hormonersatztherapie beginnt und beispielsweise zwei oder drei Jahre später ein hormonrezeptorpositiver Brustkrebs festgestellt wird, ist die Schlussfolgerung verständlich:

„Die Hormone haben meinen Krebs verursacht.“

Aus dem zeitlichen Zusammenhang allein lässt sich das jedoch nicht ableiten.

Ein klinisch feststellbarer Brusttumor entwickelt sich in aller Regel nicht innerhalb weniger Tage oder Wochen aus einer einzigen gesunden Zelle. Bis ein Tumor groß genug ist, um in einer Bildgebung oder durch Tasten entdeckt zu werden, hat er bereits zahlreiche Zellteilungen hinter sich.

Es ist daher durchaus möglich, dass bei Beginn einer Hormonersatztherapie bereits veränderte oder maligne Zellpopulationen vorhanden waren, ohne dass sie diagnostisch erkennbar waren.

Werden hormonempfindliche Zellen anschließend hormonell stimuliert, kann dies deren Wachstum beeinflussen. Dadurch kann ein bereits vorhandener hormonabhängiger Tumor unter Umständen früher klinisch auffällig werden.

Das ist etwas anderes als die Aussage:

„Die Hormone haben aus einer gesunden Brust einen Tumor gemacht.“

Umgekehrt wäre es aber ebenfalls falsch zu behaupten, Hormonersatztherapie könne grundsätzlich keinen Einfluss auf die Entstehung oder das Wachstum von Brustkrebs haben. Das Brustkrebsrisiko hängt unter anderem von Präparat, Kombination, Anwendungsdauer und individuellen Voraussetzungen ab, denn es macht sehr wohl einen Unterschied, welche Hormone verwendet werden und ob es wirklich Hormone sind.

Hormonersatztherapie ist nicht gleich Hormonersatztherapie.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer alleinigen Östrogentherapie und einer kombinierten Therapie aus Östrogen und einem Gestagen beziehungsweise Progesteron. Bei Frauen mit Gebärmutter ist ein ausreichender Schutz der Gebärmutterschleimhaut notwendig, weshalb Östrogen normalerweise mit einem Progesteron kombiniert wird.

Auch innerhalb dieser Gruppe gibt es Unterschiede.

Beobachtungsstudien weisen darauf hin, dass mikronisiertes, körperidentisches Progesteron hinsichtlich des Brustkrebsrisikos ein günstigeres Risikoprofil haben könnte als bestimmte synthetische Gestagene (Pille).

Auch der Einnahmeweg des Östrogens spielt eine Rolle – allerdings vor allem beim Gefäß- und Thromboserisiko.

Transdermales Östradiol als Gel oder Pflaster umgeht weitgehend den sogenannten First-Pass-Effekt der Leber und ist im Vergleich zu oralem Östrogen mit einem geringeren Risiko für venöse Thromboembolien verbunden.

Daraus darf allerdings nicht automatisch geschlossen werden, dass transdermales Östradiol auch hinsichtlich des Brustkrebsrisikos grundsätzlich „sicherer“ ist. Das sind zwei unterschiedliche Fragestellungen. Zu berücksichtigen ist hier auch, ob vorher z.B. kontrolliert wurde, ob überhaupt ein Östradiolmangel vorliegt oder ob in eine Östrogendominanz therapiert wird.

„Bioidentisch“ bedeutet deshalb weder automatisch gefährlich noch automatisch sicher.

Die konkrete Substanz, Dosierung, Kombination, Dauer der Anwendung, Applikationsform und die individuelle Situation der Frau müssen berücksichtigt werden.

Und was bedeutet das für Frauen, die während einer Hormontherapie Brustkrebs bekommen?

Vor allem sollte man mit vorschnellen Schuldzuweisungen vorsichtig sein.

Ein Brustkrebs, der während einer Hormonersatztherapie diagnostiziert wird, beweist nicht, dass die Hormone diesen Tumor verursacht haben.

Genauso wenig kann man im Einzelfall sicher behaupten, dass der Tumor ohne Hormone zum gleichen Zeitpunkt entstanden oder entdeckt worden wäre.

Wir können bei einer einzelnen Frau meistens nicht rückwirkend feststellen, wann genau die erste maligne Zellveränderung entstanden ist und welchen Anteil einzelne Faktoren an der weiteren Entwicklung hatten.

Was wir wissen:
Das Brustkrebsrisiko steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Gleichzeitig werden hormonrezeptorpositive Tumoren mit zunehmendem Alter häufiger. Genau in diese Lebensphase fällt bei vielen Frauen auch die Entscheidung für oder gegen eine Hormonersatztherapie.

Dadurch treffen zwei Dinge zeitlich aufeinander, die man nicht automatisch als Ursache und Wirkung interpretieren darf.

Die entscheidende Botschaft lautet deshalb:

Ein hormonrezeptorpositiver Brustkrebs bedeutet nicht automatisch, dass eine Frau zuvor „zu viel Östrogen“ hatte.

Und die Diagnose eines Brustkrebses während einer Hormonersatztherapie bedeutet ebenfalls nicht automatisch, dass die Hormone den Tumor verursacht haben.

Hormone können das Wachstum hormonempfindlicher Zellen beeinflussen – genau deshalb funktionieren antihormonelle Therapien bei entsprechenden Tumoren so gut. Die eigentliche Krebsentstehung ist jedoch wesentlich komplexer und entwickelt sich häufig über viele Jahre.

Gerade in der Perimenopause und Menopause kommen mehrere Faktoren zusammen: zunehmendes Lebensalter, jahrzehntelange Zellteilungen und hormonelle Einflüsse, Veränderungen des Brustgewebes, eine veränderte Hormonproduktion und bei manchen Frauen zusätzliche metabolische oder lebensstilbedingte Risikofaktoren.

Deshalb sollten wir die Diskussion weder auf „Östrogen macht Brustkrebs“ noch auf „bioidentische Hormone sind völlig ungefährlich“ reduzieren.

Beides wird der komplexen Biologie des weiblichen Körpers nicht gerecht.

Eine Hormonersatztherapie sollte individuell hinsichtlich Beschwerden, Nutzen, persönlicher und familiärer Vorgeschichte sowie möglicher Risiken beurteilt und regelmäßig ärztlich überprüft werden. Ebenso wichtig bleiben die empfohlenen Untersuchungen zur Brustkrebsfrüherkennung.

Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.

Praxis für ganzheitliche Naturheilkunde & Chiropraktik
Alexandra Nau
-Heilpraktikerin-

Man kann nicht alle Menschen in eine Schuhgröße zwingen.Der aktuelle Beitrag der ARD zum Thema Essenszeiten greift einen...
16/09/2026

Man kann nicht alle Menschen in eine Schuhgröße zwingen.

Der aktuelle Beitrag der ARD zum Thema Essenszeiten greift einen durchaus wichtigen Aspekt auf: Es macht für unseren Stoffwechsel einen Unterschied, wann wir essen.

Unsere Insulinsensitivität, unser Energieverbrauch und viele hormonelle Prozesse folgen einem Tag-Nacht-Rhythmus. Für viele Menschen kann es deshalb sinnvoll sein, einen größeren Anteil der Nahrung früher am Tag zu essen und sehr große, kalorienreiche Mahlzeiten spät am Abend eher zu vermeiden.

Aber daraus darf nicht die nächste einfache Stoffwechselregel entstehen, dass man Diabetes bekommt, weil man abends fettreich isst.
So einfach funktioniert unser Stoffwechsel nicht.

Ein Typ-2-Diabetes entsteht in aller Regel nicht über Nacht. Und er entsteht auch nicht ausschließlich auf Basis dessen, was oder wann wir essen. Meist entwickelt sich über Jahre eine Stoffwechselsituation, an der sehr unterschiedliche Faktoren beteiligt sein können.

Stress verändert unseren Zuckerstoffwechsel - Chronischer psychischer oder körperlicher Stress beeinflusst unter anderem Cortisol und Katecholamine. Der Organismus stellt unter Stress Energie zur Verfügung und dazu gehört auch Glukose.

Das ist zunächst eine völlig sinnvolle Reaktion.

Problematisch kann es werden, wenn der Körper praktisch dauerhaft im Alarmmodus läuft. Dann können erhöhte Stresshormonsignale die Insulinwirkung beeinträchtigen und die Glukosebereitstellung der Leber fördern.

Und genau deshalb ist die Aussage „Dann iss einfach länger nichts“ nicht für jeden Menschen automatisch hilfreich.

Auch Schlaf gehört zur Stoffwechselmedizin - Wer dauerhaft schlecht, zu wenig oder sehr unregelmäßig schläft, verändert damit ebenfalls seine Stoffwechsellage. Schlafmangel kann Insulinsensitivität, Hunger- und Sättigungsregulation, Stresshormone und das Essverhalten beeinflussen.

Ein Mensch mit chronischem Schlafmangel startet also bereits mit anderen Voraussetzungen in den Tag als jemand, der regelmäßig erholsam schläft.

Hormone spielen ebenfalls mit - Östradiol, Progesteron, Testosteron, Wachstumshormon, Cortisol und Schilddrüsenhormone sind keine Nebendarsteller unseres Stoffwechsels.

Gerade in der Perimenopause und Menopause kann sich die Stoffwechselsituation deutlich verändern. Körperzusammensetzung, Muskelmasse, Fettverteilung und Insulinsensitivität können sich verschieben, obwohl eine Frau möglicherweise gar nicht wesentlich anders isst als früher.

Auch eine Schilddrüsenfehlfunktion kann Energieverbrauch, Aktivität, Gewicht und Stoffwechsel beeinflussen.

Und dann gibt es noch den Darm, die Bauchspeicheldrüse und Entzündungen - Chronische Entzündungsprozesse können die Insulinsignalwege beeinflussen. Eine Darmdysbiose wird ebenfalls mit Stoffwechselstörungen in Verbindung gebracht, wobei hier Ursache und Wirkung nicht immer eindeutig voneinander zu trennen sind.

Auch die Bauchspeicheldrüse sollte man nicht ausschließlich als reines Insulinorgan betrachten. Bei einer exokrinen Pankreasschwäche funktioniert die Verdauung von Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten nicht mehr optimal. Dadurch können Verdauung, Nährstoffaufnahme und Ernährungszustand erheblich verändert werden.

Hinzu kommen mögliche Nährstoffdefizite, Bewegungsmangel, Verlust von Muskelmasse und bestimmte Medikamente – z.B. Glukokortikoide, PPIs, aber auch einige Psychopharmaka und andere Arzneimittel können den Glukosestoffwechsel beeinflussen.

Ein weiterer Punkt wird häufig vergessen: - die metabolische Flexibilität

Ein stoffwechselgesunder Organismus kann relativ flexibel zwischen unterschiedlichen Energiequellen wechseln.

Nach dem Essen wird vermehrt Glukose genutzt und gespeichert. In Nahrungspausen steigt die Bedeutung der Fettverbrennung.

Diese Fähigkeit kann bei Insulinresistenz und anderen Stoffwechselstörungen eingeschränkt sein.

Und dann erleben wir genau die Menschen, die sagen, dass sie nicht zwölf oder sechzehn Stunden fasten können, weil sie dann zittrig werden, Heißhunger bekommen, schwindelig werden, unruhig und schlapp.

Diesen Menschen hilft es nicht unbedingt, einfach noch längere Fastenzeiten zu verordnen.

Wenn eine lange Nahrungspause für den Organismus zunächst massiven Stress bedeutet, kann die Gegenregulation über Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol und Glukagon wiederum dafür sorgen, dass Glukose bereitgestellt wird.

Fasten ist ein Stoffwechselreiz. aber ein Reiz muss zum Menschen und zu seiner aktuellen Stoffwechselsituation passen.

Metabolische Flexibilität lässt sich nicht immer erzwingen. Manchmal muss sie zunächst wieder aufgebaut werden.

Auf der anderen Seite essen viele Menschen praktisch den ganzen Tag

Frühstück.

Zwischendurch ein Kaffee mit Milch.

Ein kleiner Snack.

Mittagessen.

Etwas Süßes am Nachmittag.

Noch ein Kaffee.

Abendessen.

Später vielleicht noch Nüsse, Käse, Chips oder ein Glas Saft.

Gefühlt sind das drei Mahlzeiten. Stoffwechselphysiologisch können daraus aber viele einzelne Nahrungsreize über 14 oder 16 Stunden werden.

Auch das kann, abhängig von Lebensmittelauswahl, Energiemenge und individueller Stoffwechselsituation, ungünstig sein. Dem Organismus fehlen dann möglicherweise längere Phasen, in denen nicht ständig neue Energie aufgenommen wird.

Deshalb sollten wir weder das Fett am Abend noch die Kohlenhydrate noch das Frühstück noch das Abendessen zum alleinigen Schuldigen erklären.

Der Mensch ist keine Uhr, in die wir nur die richtige Essenszeit einprogrammieren müssen.

Chrononutrition ist ein spannender und wichtiger Baustein. Aber Stoffwechselgesundheit entsteht aus einem Zusammenspiel von Ernährung, Essensrhythmus, Bewegung und Muskelmasse, Schlaf, Stressregulation, Hormonen, Schilddrüse, Entzündungsprozessen, Medikamenten, Verdauungsfunktion, Nährstoffversorgung und individueller metabolischer Flexibilität.

Deshalb gilt für mich -

Nicht jeder Mensch braucht die gleiche Mahlzeitenfrequenz.
Nicht jeder verträgt lange Fastenintervalle.
Nicht jeder sollte spät und üppig essen.
Und nicht jeder Stoffwechsel lässt sich mit derselben Regel behandeln.

Warum wird Sauerteigbrot eigentlich oft besser vertragen?Vielleicht hast du dich das auch schon gefragt:In ein Sauerteig...
14/09/2026

Warum wird Sauerteigbrot eigentlich oft besser vertragen?

Vielleicht hast du dich das auch schon gefragt:

In ein Sauerteigbrot kommt doch häufig nur eine relativ kleine Menge Sauerteigstarter. Der größte Teil besteht anschließend wieder aus ganz normalem Mehl. Warum sollte dieses Brot dann plötzlich besser verträglich sein?

Die Antwort ist ziemlich spannend:

👉 Der Sauerteigstarter ist nur der Startschuss.

Er enthält unter anderem Milchsäurebakterien und Hefen. Sobald wir diesen Starter mit frischem Mehl und Wasser vermischen, verteilen sich die Mikroorganismen im gesamten Teig und beginnen dort ihre Arbeit.

Das bedeutet: Nicht nur die kleine Menge des ursprünglichen Sauerteigs ist fermentiert. Während der anschließenden Teigruhe wird nach und nach der gesamte Brotteig fermentiert.

Man kann sich das ähnlich wie bei Joghurt vorstellen: Auch dort reicht eine kleine Menge einer Starterkultur aus, um eine wesentlich größere Menge Milch zu fermentieren.

Aber dafür braucht der Teig ZEIT!

Und genau hier liegt ein entscheidender Unterschied zwischen einem traditionell geführten Sauerteigbrot und einem Brot, dem lediglich etwas Sauerteig für Geschmack und Aroma zugesetzt wurde.

Wenn ich meinen Sauerteigstarter mit beispielsweise 500 g frischem Mehl vermische und den Teig kurze Zeit später backe, hatte das neu hinzugefügte Mehl kaum Gelegenheit, tatsächlich länger fermentiert zu werden.

Die Fermentation des neuen Mehls beginnt erst dann, nachdem es mit dem Starter vermischt wurde.

Deshalb darf ein gutes Sauerteigbrot durchaus viele Stunden Zeit bekommen.

Beispielsweise kann der Teig zunächst einige Stunden bei Raumtemperatur fermentieren und anschließend nach dem Formen noch über Nacht im Kühlschrank weiterreifen.

So können insgesamt beispielsweise 12–18 Stunden Teigführung zusammenkommen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Sauerteigbrot zwingend 24 Stunden bei Raumtemperatur stehen sollte. Temperatur, Startermenge, Mehlsorte und Aktivität des Sauerteigs bestimmen, wie schnell die Fermentation abläuft. Ein Teig kann auch überfermentieren.

Was passiert während dieser Zeit?

Die lange Fermentation kann verschiedene Bestandteile des Mehls verändern.

🌾 Fruktane können teilweise abgebaut werden

Weizen und Roggen enthalten Fruktane, die zu den FODMAPs gehören. Bei empfindlichen Menschen können größere Mengen Blähungen, Bauchdruck und andere Verdauungsbeschwerden verursachen.

Milchsäurebakterien und Hefen können während einer geeigneten Sauerteigführung einen Teil dieser Kohlenhydrate verstoffwechseln.

Das könnte einer der Gründe sein, warum manche Menschen ein lange fermentiertes Sauerteigbrot besser vertragen als ein schnell hergestelltes Brot.

🌾 Phytat kann reduziert werden

Getreide enthält Phytinsäure beziehungsweise Phytat. Phytat kann Mineralstoffe wie Eisen, Zink, Magnesium und Calcium binden.

Durch das saure Milieu und die lange Teigführung kann der Phytatabbau begünstigt und damit die Mineralstoffverfügbarkeit verbessert werden.

🌾 Proteine werden verändert

Während der Fermentation werden durch Enzyme auch Proteine teilweise aufgespalten und verändert. Das betrifft ebenfalls Bestandteile der Glutenproteine.

Ganz wichtig:

Ein normales Sauerteigbrot ist deshalb NICHT glutenfrei!

Menschen mit Zöliakie dürfen daraus nicht schließen, dass ein gewöhnliches Sauerteigbrot für sie geeignet wäre.

🌾 Auch die Stärke verändert sich

Die während der Sauerteigfermentation entstehenden organischen Säuren können zusammen mit Brotrezeptur, Struktur, Backen und anschließendem Abkühlen beeinflussen, wie schnell Stärke verdaut wird.

Je nach Brot kann dadurch auch die Blutzuckerreaktion günstiger ausfallen. Sauerteig allein macht ein Brot allerdings nicht automatisch zu einem „Blutzuckerwunder“ – Mehlsorte, Vollkornanteil, Struktur und Portionsgröße spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Und was ist mit Menschen, die sagen: „Ich vertrage Weizen nicht – Sauerteig aber schon“?

Das ist besonders interessant.

Wenn jemand ein lange fermentiertes Weizensauerteigbrot gut verträgt, obwohl dieses weiterhin Gluten enthält, muss Gluten nicht zwangsläufig der Auslöser der Beschwerden sein.

Unter anderem könnten auch Fruktane/FODMAPs, Herstellungsverfahren, Fermentationsdauer oder andere Bestandteile des Brotes eine Rolle spielen.

Natürlich ersetzt das keine Abklärung – insbesondere eine Zöliakie sollte bei entsprechendem Verdacht ausgeschlossen werden.

Sauerteig ist also nicht automatisch Sauerteig

Ein Brot, das traditionell viele Stunden fermentiert wurde, ist etwas anderes als ein schnell hergestelltes Brot, dem lediglich Sauerteig, Sauerteigpulver oder -extrakt für Geschmack und Aroma zugesetzt wurde.

Wenn es um Verträglichkeit geht, lohnt sich deshalb beim Bäcker durchaus die Frage, wie lange das Brot geführt wurde.

Denn die entscheidende Zutat eines guten Sauerteigbrotes steht auf keiner Zutatenliste:

⏰ ZEIT.

Der Sauerteigstarter setzt den Prozess in Gang.

Aber erst während der anschließenden Teigführung bekommen die Mikroorganismen und Enzyme Gelegenheit, den gesamten neu angesetzten Teig zu verändern.

Und genau darin kann einer der entscheidenden Unterschiede zwischen einem schnell gebackenen Brot und einem lange fermentierten Sauerteigbrot liegen.

Sauerteig kannst du ganz einfach selbst ansetzen.

Du brauchst zunächst nur Mehl, Wasser, ein sauberes Glas und etwas Geduld.

Tag 1:
50 g Roggenvollkornmehl mit etwa 50 g lauwarmem Wasser verrühren. Locker abdecken und bei Raumtemperatur stehen lassen.

Tag 2:
50 g Mehl + 50 g Wasser dazugeben, gut verrühren und wieder stehen lassen.

Ab Tag 3:
Jetzt sollte langsam Leben ins Glas kommen: kleine Bläschen, ein säuerlicher Geruch und eventuell eine Volumenzunahme. Ab jetzt regelmäßig einen Teil des Ansatzes verwerfen und den verbleibenden Starter mit frischem Mehl und Wasser füttern.

Nach ungefähr 5–7 Tagen sollte ein aktiver Starter nach dem Füttern innerhalb einiger Stunden deutlich aufgehen und angenehm säuerlich riechen.

Dieser Starter ist später nur die „Startkultur“.
Er wird mit dem Mehl und Wasser für dein Brot vermischt. Erst jetzt beginnt die Fermentation des gesamten neuen Brotteiges und dafür braucht es anschließend wieder mehrere Stunden Zeit.

„Einen Teil verwerfen“ klingt beim Sauerteig tatsächlich erst einmal ziemlich unsinnig – hat aber einen einfachen Grund.

Wenn du beispielsweise 100 g Sauerteigstarter im Glas hast und jeden Tag weitere 50 g Mehl + 50 g Wasser hinzugibst, wird die Menge immer größer. Gleichzeitig bekommen die vorhandenen Hefen und Milchsäurebakterien im Verhältnis zur Startermenge immer weniger frische Nahrung.

Deshalb macht man beim Füttern beispielsweise Folgendes:

Du behältst nur 50 g des vorhandenen Starters. Den Rest nimmst du aus dem Glas. Zu diesen 50 g gibst du dann beispielsweise 50 g Mehl + 50 g Wasser. Das entspricht einem Fütterungsverhältnis von 1:1:1.

Das hat gleich zwei Vorteile: Die Menge bleibt überschaubar und die Mikroorganismen bekommen regelmäßig genügend frisches Mehl als neue Nahrungsquelle. Gleichzeitig werden angesammelte Säuren und Stoffwechselprodukte verdünnt. Dadurch kann sich eine stabile, aktive Sauerteigkultur entwickeln.

„Verwerfen“ bedeutet übrigens nicht unbedingt wegwerfen. Sobald der Ansatz stabil und unauffällig ist, kann sogenannter Sauerteig-Discard beispielsweise für Pfannkuchen, Waffeln, Cracker oder andere Backwaren verwendet werden. Bei einem ganz jungen Starter in den ersten Tagen würde ich ihn dagegen eher noch nicht zum Essen verwenden.

Und man muss auch nicht jedes Mal 50 g behalten. Um Mehl zu sparen, kannst du beispielsweise 20 g Starter + 20 g Wasser + 20 g Mehl nehmen. Das Prinzip ist dasselbe.

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Alexandra Nau
-Heilpraktikerin-

Kennst du das?Plötzlich kribbelt eine Stelle am Rücken. Eine Gesichtshälfte fühlt sich für einen Moment merkwürdig an. D...
13/09/2026

Kennst du das?

Plötzlich kribbelt eine Stelle am Rücken. Eine Gesichtshälfte fühlt sich für einen Moment merkwürdig an. Die Füße sind unruhig, das Augenlid zuckt, die Beine wollen sich ständig bewegen oder der ganze Körper macht aus dem Nichts eine kleine Zuckung.

Manchmal kommt noch dieses schwer zu beschreibende Gefühl dazu innerlich unruhig zu sein, obwohl eigentlich gar nichts passiert.

Natürlich können hinter Kribbeln, Missempfindungen oder Muskelzuckungen ganz unterschiedliche Ursachen stecken. Nährstoffmängel, Veränderungen an Nerven oder Wirbelsäule, Medikamente, Schilddrüse, Blutzucker und andere Erkrankungen sollten, insbesondere bei neuen, starken oder anhaltenden Beschwerden, berücksichtigt werden.

Aber auch unser vegetatives Nervensystem kann dabei eine erstaunlich große Rolle spielen.

Unser Nervensystem denkt noch ziemlich „steinzeitlich“

Unser Körper verfügt über ein ausgeklügeltes Stresssystem, das unser Überleben sichern soll.

Wenn früher Gefahr drohte, musste der Körper innerhalb kürzester Zeit leistungsfähig werden: kämpfen, fliehen, jagen oder selbst nicht gefressen werden.

Dafür aktiviert das vegetative Nervensystem den Sympathikus. Adrenalin und Noradrenalin werden ausgeschüttet, später spielt auch Cortisol eine Rolle. Herzschlag und Atmung verändern sich, die Muskulatur wird stärker durchblutet und Energiereserven werden mobilisiert.

Unter anderem wird Glukose bereitgestellt, damit Gehirn und Muskulatur schnell über Energie verfügen.

Das war ausgesprochen sinnvoll.

Denn auf Stress folgte häufig Bewegung.

Der Körper stellte Energie bereit und diese Energie wurde anschließend tatsächlich gebraucht.

Heute haben wir Stress – aber rennen nicht mehr, denn unser Stress hat sich verändert.

Heute ist der Säbelzahntiger vielleicht eine volle E-Mail-Inbox, Termindruck, Streit, finanzielle Sorgen, permanente Erreichbarkeit, Schlafmangel oder das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen.

Der Körper kann jedoch nicht unterscheiden, ob vor uns tatsächlich eine körperliche Gefahr steht oder ob wir seit zwei Stunden angespannt vor dem Computer sitzen.

Die Stressreaktion kann sehr ähnlich sein.

Der Sympathikus fährt hoch. Der Körper wird auf Aktivität vorbereitet. Stresshormone werden ausgeschüttet und Energie wird mobilisiert.

Nur die Bewegung, für die diese Reaktion ursprünglich gedacht war, bleibt häufig aus.

Wir sitzen weiter am Schreibtisch, im Auto oder auf dem Sofa und denken über das Problem nach.

Und irgendwann meldet sich der Körper

Wenn das Nervensystem über längere Zeit in erhöhter Alarmbereitschaft bleibt, kann sich das sehr unterschiedlich bemerkbar machen.

Zum Beispiel durch:

* Kribbeln oder Ameisenlaufen an verschiedenen Körperstellen
* kleine Muskelzuckungen
* Lidzucken
* plötzliches Zucken eines Beines oder des ganzen Körpers
* unruhige Füße oder Beine
* Zittern oder ein inneres Vibrieren
* Herzklopfen
* das Gefühl, nicht richtig stillsitzen zu können
* eine schwer erklärbare innere Unruhe

Auch die Atmung spielt dabei eine Rolle. Unter Stress atmen viele Menschen schneller oder flacher und manchmal unbemerkt etwas zu viel. Dadurch kann sich das Verhältnis von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut verändern. Gerade dann können Kribbeln an Händen, Füßen oder im Gesicht sowie Muskelspannungen und Missempfindungen auftreten.

Das bedeutet nicht, dass man sich diese Beschwerden einbildet.

Die Symptome sind real – nur kann ihre Ursache manchmal in einem überaktivierten Regulationssystem liegen.

Der Körper braucht ein Ventil

Deshalb kann bei Stress etwas erstaunlich Einfaches hilfreich sein:

Bewegung.

Nicht unbedingt ein hartes Workout.
Schon zügiges Gehen, Treppensteigen, Radfahren, lockeres Joggen oder einige Minuten aktive Bewegung können dem Körper helfen, genau das zu tun, worauf er vorbereitet wurde.

Danach sollte die andere Seite unseres vegetativen Nervensystems wieder stärker übernehmen: der Parasympathikus.

Er steht vereinfacht gesagt für Regeneration, Verdauung, Erholung und Ruhe.

Dabei können langsame Bewegung, ausreichend Schlaf, bewusste Pausen und vor allem eine ruhige Atmung mit längerer Ausatmung helfen.

Manchmal braucht der Körper also gar nicht die Aufforderung, dass er sich jetzt wieder beruhigen soll, sondern vielmehr:

„Du hast gerade Energie für Flucht oder Kampf bereitgestellt. Dann lass uns diese Energie erst einmal sinnvoll nutzen und anschließend wieder herunterfahren.“

Und genau deshalb kann es bei innerer Unruhe manchmal erstaunlich gut tun, die Schuhe anzuziehen und eine Runde zu gehen.

Trotzdem wichtig

Neu auftretendes, ausgeprägtes oder dauerhaftes Kribbeln sollte nicht automatisch auf Stress geschoben werden. Besonders plötzlich einseitige Gefühlsstörungen im Gesicht oder Körper, Lähmungserscheinungen, Sprach- oder Sehstörungen, starke Kopfschmerzen, Schwindel oder Koordinationsprobleme müssen umgehend medizinisch abgeklärt werden.

Auch bei länger bestehenden Beschwerden lohnt es sich, mögliche körperliche Ursachen mitzudenken.

Denn nicht jedes Kribbeln ist Stress.

Aber Stress kann im Körper sehr viel mehr kribbeln, zucken und vibrieren lassen, als vielen Menschen bewusst ist.

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