Liebevoll.aufwachsen

Liebevoll.aufwachsen Psychologin (M.Sc.), Erzieherin, systemische Familientherapeutin, Schlafberaterin, ADHS-Elternberaterin

30/07/2026

Die erste Trennung sollte niemals einfach „durchgezogen“ werden. Eine Trennung ist erst dann sinnvoll, wenn dein Kind bereits Vertrauen zu einer neuen Bezugsperson aufbauen konnte.

Zeigt dein Kind bei der ersten Trennung starke Panik, klammert sich verzweifelt an dich und lässt sich auch nach einigen Minuten von der Bezugserzieherin überhaupt nicht beruhigen, sollte die Trennung in der Regel beendet werden.

Warum? Weil das Ziel der Eingewöhnung nicht ist, dass ein Kind eine Trennung „aushält“. Das Ziel ist, dass es lernt: „Auch ohne Mama oder Papa bin ich hier sicher und werde zuverlässig begleitet.“

Entscheidend ist deshalb nicht, ob dein Kind weint, sondern ob es Trost annehmen und sich von der neuen Bezugsperson beruhigen lassen kann.

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„FAFO-Parenting“ ist in letzter Zeit gefühlt überall und es lohnt sich das kurz sauber einzuordnen. FAFO steht für „f&ck...
28/07/2026

„FAFO-Parenting“ ist in letzter Zeit gefühlt überall und es lohnt sich das kurz sauber einzuordnen. FAFO steht für „f&ck around and find out“. In der „Erziehung“ soll das heißen: Kinder sollen durch Konsequenzen „lernen“, oft mit einer Haltung von „Mach’s ruhig, dann merkst du schon was passiert“, statt zu erklären oder emotional zu begleiten.

Warum kommt das gerade so an? Vermutlich , weil viele Eltern erschöpft sind und weil „Gentle Parenting“ auf Social Media oft falsch dargestellt wird: endlose Erklärungen, ständiges Verhandeln, wenig Klarheit oder Orientierung . FAFO wirkt dann wie eine Gegenbewegung: weniger Diskussion, mehr Kontrolle, schnelle Wirkung.

Das Problem ist: Viele verwechseln FAFO mit natürlichen oder logischen Konsequenzen. Natürliche Konsequenzen sind sicher, altersangemessen, vorhersehbar und passieren in Beziehung. Du bleibst da, du führst, du schützt. Der FAFO-Trend kippt dagegen schnell in eine kalte Botschaft: „Dann leid halt.“ Und das ist kein Erziehungskonzept, sondern Stress.

Neuropsychologisch betrachtet: Ein Kind im Stresszustand lernt keine Verantwortung und kein Verständnis für die Situation. Im Gegenteil, ein Kind lernt eher Anpassung, Angst, Vermeidung oder Heimlichkeit, je nachdem was im Nervensystem gerade „Sinn“ macht.

Kinder brauchen nicht weniger Grenzen. Sie brauchen Grenzen, die ihnen jemand erklärt, vorlebt, wie wir damit umgehen können. Wie wir sie äußern und erkennen: klar, verlässlich, ohne Demütigung und ohne emotionalen Entzug.

Konsequenz ohne Beziehung ist Kontrolle.
Beziehung ohne Konsequenz ist Orientierungslosigkeit.
Kinder brauchen beides und Eltern auch.

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Manchmal schläft ein Kind plötzlich wieder unruhiger. Es braucht länger zum Einschlafen, ruft häufiger, sucht mehr Nähe ...
27/07/2026

Manchmal schläft ein Kind plötzlich wieder unruhiger. Es braucht länger zum Einschlafen, ruft häufiger, sucht mehr Nähe oder wird nachts wieder wach, obwohl es vorher schon so „gut geklappt“ hat.

Und oft fragen sich Eltern sofort: Was machen wir falsch? Vielleicht gar nichts. Denn neue Entwicklungsschritte verändern nicht nur das Verhalten eines Kindes, sondern seine ganze innere Welt.

Ein Kind beginnt zu laufen, kommt in die Kita, startet in die Schule, übernachtet zum ersten Mal woanders oder muss seinen Platz in einer neuen Gruppe finden.

Von außen sehen wir vor allem den Fortschritt.

Innerlich passiert ganz viel! Was kann ich jetzt? Was wird von mir erwartet?
Bin ich sicher? Wie muss ich mich verhalten? Wo gehöre ich hin?

Das kindliche Gehirn muss sein bisheriges Bild von sich und der Welt neu ordnen und diese Verarbeitung endet nicht am Abend. Gerade wenn es ruhig wird, dann kann spürbar werden, wie viel ein Kind tagsüber geleistet hat. Manche Kinder grübeln. Andere werden albern, wütend, besonders anhänglich oder scheinbar überhaupt nicht müde.

Wenn Kinder nach einem Entwicklungsschritt nachts wieder mehr Nähe brauchen, ist das kein Rückschritt und auch kein Beweis für eine unsichere Bindung. Oft ist es Rückversicherung. Die Welt ist gerade größer geworden. Das Kind kann mehr, erlebt mehr und muss mehr einordnen. Nachts sucht es dann vielleicht noch einmal die vertraute Stimme, eine Hand oder die Gewissheit: Ich bin nicht allein. Meine sichere Basis ist noch da.

Nicht jedes nächtliche Aufwachen ist psychologisch verursacht. Schlafdruck, Rhythmus, körperliche Beschwerden und individuelle Schlafbedürfnisse müssen immer mitgedacht werden.
Bei Entwicklung frag dich: Was ist in der Welt meines Kindes gerade größer, neuer oder unsicherer geworden?

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

„Er weiß doch eigentlich genau, wie es geht.“ Diesen Satz höre ich in meinen ADHS-Beratungen immer wieder und genau hier...
26/07/2026

„Er weiß doch eigentlich genau, wie es geht.“

Diesen Satz höre ich in meinen ADHS-Beratungen immer wieder und genau hier entsteht eines der größten Missverständnisse im Alltag.

Viele Kinder mit ADHS wissen sehr genau, was von ihnen erwartet wird. Sie kennen Regeln, die Abläufe und oft auch die Lösungen. Das Problem ist keine Wissenslücke, sondern ein Umsetzungsproblem. Die eigentliche Herausforderung liegt darin, das vorhandene Wissen im entscheidenden Moment in Handeln zu übersetzen.

In der Fachwelt spricht man hierbei von einer Performanzstörung, verursacht durch u.a. eine Beeinträchtigung der exekutiven Funktionen. Diese Funktionen steuern z.B. die Planung, die Impulskontrolle, das Arbeitsgedächtnis sowie die Fähigkeit Aufgaben überhaupt erst zu beginnen und durchzuhalten. Bei ADHS ist diese Brücke meist „blockiert“.

Wenn wir verstehen, dass hinter täglichen Konflikten keine fehlende Motivation oder Faulheit stecken, sondern neuropsychologische Prozesse, kann das sehr viel verändern. Denn dann können aus Vorwürfen Fragen und aus Druck gezielte Unterstützung werden.

Das bedeutet keineswegs, dass Kinder keine Verantwortung mehr tragen sollen. Es bedeutet vielmehr, dass sie eine Unterstützung brauchen, die zu ihren passt, das sog. Scaffolding. Ein externes Gerüst aus Struktur und visuellen Hilfen, das ihnen dabei hilft Schritt für Schritt echte Selbstständigkeit zu entwickeln.

💬 Welche Alltagssituation bringt euch mit eurem Kind bei der Umsetzung immer wieder an eure Grenzen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

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Viele Eltern investieren verständlicherweise viel Zeit in die äußere Vorbereitung: Der Rucksack wird gekauft, die Brotdo...
25/07/2026

Viele Eltern investieren verständlicherweise viel Zeit in die äußere Vorbereitung: Der Rucksack wird gekauft, die Brotdose ausgesucht, die Hausschuhe stehen bereit und die Einrichtung wird besichtigt. All das kann den Start erleichtern. Was jedoch häufig unterschätzt wird: Eine gelingende Eingewöhnung entscheidet sich nicht an der Ausstattung, sondern vor allem an der Qualität der Beziehungen.

Aus entwicklungspsychologischer Sicht ist eine Eingewöhnung ein bedeutender Übergang. Für ein Kind bedeutet sie sich in einer völlig neuen Umgebung zurechtzufinden, neue Erwachsene kennenzulernen, Beziehungen aufzubauen und gleichzeitig die zeitweise Trennung von den wichtigsten Bezugspersonen zu bewältigen. Das aktiviert zunächst das Bindungssystem: ein biologisch sinnvolles Schutzverhalten. Erst wenn ein Kind ausreichend Sicherheit erlebt, kann es beginnen neugierig seine Umgebung zu erkunden. Sicherheit geht Exploration voraus.

Deshalb ist das Ziel einer Eingewöhnung auch nicht, dass ein Kind möglichst schnell ohne Tränen in der Kita bleibt. Ziel ist vielmehr, dass es Schritt für Schritt Vertrauen zu einer neuen Bezugsperson entwickeln kann. Beziehung entsteht nicht unter Zeitdruck. Sie wächst durch wiederkehrende, verlässliche und feinfühlige Erfahrungen.

Viele Eltern fragen mich, woran sie eine gelungene Eingewöhnung erkennen. Die Antwort ist komplexer als viele denken. Nicht das Weinen entscheidet darüber, ob eine Eingewöhnung gelingt. Manche Kinder zeigen ihren Stress sehr deutlich, andere wirken in der Einrichtung unauffällig und verarbeiten die vielen Eindrücke erst zuhause. Deshalb lohnt es sich immer, das gesamte Verhalten des Kindes in den Blick zu nehmen und nicht nur den Abschied an der Tür.

Mit meinem E-Book „Liebevolle Eingewöhnung“ erkläre ich genau diese Zusammenhänge verständlich. Denn wenn Eltern verstehen, warum ihr Kind sich so verhält, können sie es oft viel sicherer und gelassener begleiten.

💬 Mich interessiert:
Was hättest du vor der Eingewöhnung gerne gewusst?

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“Mein Kind will einfach nicht.”Ob beim Zähneputzen, morgens vor der Kita, beim Schulstart oder bei den Hausaufgaben, die...
24/07/2026

“Mein Kind will einfach nicht.”

Ob beim Zähneputzen, morgens vor der Kita, beim Schulstart oder bei den Hausaufgaben, dieser Gedanke begegnet Eltern von Kindern jeden Alters.

Dabei vergessen wir etwas: Nicht jedes Nicht-Wollen ist ein Nicht-Wollen!

Ein Kleinkind kann seine Gefühle noch nicht ausreichend regulieren. Ein Vorschulkind kann mit einer Entwicklungsaufgabe überfordert sein. Ein Schulkind kann unter Stress emotional blockiert sein. Und Kinder mit ADHS erleben dieses Nicht-Können oft besonders häufig, weil genau die Fähigkeiten, die Erwachsene im Alltag voraussetzen für sie deutlich mehr Kraft kosten können.

In meinen ADHS-Elternberatungen erlebe ich immer wieder, wie schmerzhaft es für Familien ist, wenn ein Nicht-Können als Nicht-Wollen interpretiert wird. Kinder hören dann, sie seien faul, unmotiviert oder würden sich einfach nicht genug anstrengen, obwohl sie sich oft selbst wünschen, es wäre leichter.

Vielleicht beginnt ein besseres Verständnis mit einer einzigen Frage: Will mein Kind gerade wirklich nicht? Oder kann es gerade nicht?

Denn manchmal verändert genau dieser Perspektivwechsel einiges!

Im Übrigen: ein Nicht-Wollen ist auch mal okay, denn unsere Kinder müssen ziemlich viel leisten, leider.

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Strafen verändern Verhalten und aus dem falschen Grund. Viele Kinder hören nach einer Strafe tatsächlich auf und das wir...
23/07/2026

Strafen verändern Verhalten und aus dem falschen Grund. Viele Kinder hören nach einer Strafe tatsächlich auf und das wirkt zunächst erfolgreich, aber entscheidende Frage lautet ja Warum hören sie auf?

Verändert sich das Verhalten, weil ein Kind verstanden hat, warum die Handlung nicht okay ist oder weil es Angst vor der nächsten Konsequenz hat?

Aus psychologischer Sicht ist das natürlich ein Unterschied: Strafen können Verhalten kurzfristig unterdrücken. Sie fördern jedoch nicht die Fähigkeiten, die Kinder langfristig brauchen: Emotionsregulation, Impulskontrolle, Verantwortungsgefühl oder Empathie. Diese entwickeln sich vor allem in Beziehungen, in denen Kinder sich sicher fühlen und gleichzeitig Orientierung erhalten.

Deshalb zeigen Studien seit vielen Jahren, dass ein beziehungsorientierter Begleitungsstil, also eine Kombi aus Wärme, Klarheit, Orientierung und verlässlicher emotionaler Präsenz langfristig mit besseren Entwicklungsverläufen verbunden ist als ein überwiegend strafender oder autoritärer Umgang.

Und nein, das bedeutet natürlich nicht, dass Kinder alles dürfen. Kinder brauchen Orientierung. Sie brauchen Erwachsene, die Verantwortung übernehmen, Sicherheit geben und auch unangenehme Entscheidungen treffen. Der Unterschied liegt darin, wie diese Grenzen vermittelt werden.

Wenn Kinder kooperieren, weil sie Angst haben, dann leidet leider oft die Beziehung darunter. Wenn Kinder kooperieren, weil sie sich verstanden fühlen und Orientierung erhalten, dann entsteht langfristig eher eine innere Motivation. Denn Kinder lernen nicht nur durch das, was wir tun, sondern va auch, wie es sich anfühlt mit uns in Beziehung zu sein.

Wie siehst du das? Hast du das Gefühl, dass Strafen langfristig wirklich etwas verändern oder eher nur den Moment?

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Die Sommerferien sind für viele Familien nicht die entspannteste Zeit des Jahres, sondern manchmal sogar die konfliktrei...
21/07/2026

Die Sommerferien sind für viele Familien nicht die entspannteste Zeit des Jahres, sondern manchmal sogar die konfliktreichste.

Das wirkt jetzt auf den ersten Blick widersprüchlich, schließlich fallen Schule, Hausaufgaben und viele Termine weg. Eigentlich müsste doch alles ruhiger werden. Doch unser Familienalltag wird von viel mehr reguliert, als uns bewusst ist.

Schule, Kindergarten, Arbeit oder Hobbys schaffen nicht nur Struktur. Sie sorgen auch für natürliche Phasen von Distanz. Kinder sammeln Erfahrungen außerhalb der Familie, Eltern haben Momente, in denen sie durchatmen können. Wir bekommen immer wieder die Möglichkeit Reize zu verarbeiten.

In den Ferien verändert sich dieses „Gleichgewicht“. Plötzlich verbringen Eltern und Kinder viel mehr Zeit miteinander. Nähe ist wichtig und gleichzeitig braucht unser Gehirn Phasen der Erholung und Reizverarbeitung. Fehlen diese oder fehlen Strategien, dann sinkt die Fähigkeit zur Selbstregulation, bei Kindern und bei Erwachsenen.

Hinzu kommt etwas Zweites: Unsere Erwartungen. Ferien sollen schön sein, Entspannt und Harmonisch. Genau deshalb fühlen sich Konflikte oft besonders belastend an. Viele Eltern denken dann, sie würden etwas falsch machen, dabei zeigen Konflikte in dieser Situation meist nicht, dass die Beziehung schlecht ist. Sie zeigen, dass alle gerade an ihre Grenzen kommen.

Oft hilft etwas relativ einfaches: bewusst kleine Erholungspausen einzuplanen. Nicht nur gemeinsame Zeit, sondern auch Zeit, in der jeder einmal durchatmen kann. Unterbrechungen entlasten unser Reizsystem und schaffen häufig genau die Regulation, die vorher gefehlt hat.

Mehr Konflikte in den Ferien bedeuten also nicht, dass ihr als Familie gescheitert seid, sondern eher nur, dass ihr gerade mehr Regulation braucht als sonst.

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“Du musst Grenzen setzen, sonst erziehst du einen Tyrannen.”Kaum ein Satz hat Eltern über Jahrzehnte so verunsichert wie...
20/07/2026

“Du musst Grenzen setzen, sonst erziehst du einen Tyrannen.”

Kaum ein Satz hat Eltern über Jahrzehnte so verunsichert wie dieser und gleichzeitig hält sich kaum ein Mythos so hartnäckig.

Aus entwicklungspsychologischer Sicht ist die Vorstellung problematisch, dass Kinder Grenzen überschreiten, um Macht auszuüben oder Erwachsene zu kontrollieren. Das Gehirn von Kindern befindet sich noch mitten in der Entwicklung. Fähigkeiten wie Impulskontrolle, Frustrationstoleranz und Emotionsregulation reifen über viele Jahre. Gerade in emotional belastenden Situationen können Kinder deshalb häufig noch nicht so handeln, wie sie es eigentlich möchten oder bereits verstanden haben.

Wenn wir Verhalten ausschließlich als Ungehorsam interpretieren, suchen wir nach Konsequenzen. Wenn wir Verhalten als Ausdruck einer Entwicklung verstehen, dann beginnen wir nach den Ursachen zu fragen.

Das bedeutet nicht, dass Kinder keine Orientierung brauchen. Im Gegenteil: Kinder brauchen verlässlich Orientierung und Begleitung. Und sie brauchen es so, dass Sicherheit vermittelt wird, statt Angst zu erzeugen. Orientierung geben, statt Macht auszuüben und die Beziehung schützen, statt sie zu belasten.

Die Forschung zeigt seit Jahren, dass eine bedürfnisorientiert Begleitung, also die Verbindung aus Wärme, Beziehung und Orientierung, mit den günstigsten Entwicklungsverläufen verbunden ist. Kinder entwickeln dadurch u.a. langfristig mehr Selbstregulation, Empathie und Verantwortungsgefühl, als durch einen autoritären Erziehungsstil, der vor allem auf Gehorsam und Kontrolle setzt.

Frag dich also eher: „Was versucht mir das Verhalten meines Kindes gerade zu zeigen und wie kann ich gleichzeitig für Orientierung und Verbindung sorgen?“

Denn Orientierung und Beziehung schließen sich nicht aus. Sie entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn sie gemeinsam gedacht werden.

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Wenn wir über Mental Load sprechen, dann geht es meistens um sowas wie Wäsche, Einkaufslisten oder Arzttermine. Das ist ...
19/07/2026

Wenn wir über Mental Load sprechen, dann geht es meistens um sowas wie Wäsche, Einkaufslisten oder Arzttermine. Das ist ohne Frage belastend und kostet Reserven. Und ich glaube, viele Eltern tragen noch eine zweite Last, über die seltener gesprochen wird.

Noch bevor der Tag richtig angefangen hat, läuft im Kopf bereits ein inneres Programm: Bitte kein Streit heute. Bitte kein heftiger Wutmoment. Hoffentlich klappt die Eingewöhnung. Hoffentlich ist mein Kind nicht wieder so frustriert. Hoffentlich schimpft der Papa nicht zu viel mit dem Kind (dieses Thema habe ich sehr oft in meinen Beratungen). Hoffentlich schaffe ich es, dass heute alle irgendwie gut durch den Tag kommen.

Psychologisch betrachtet steckt dahinter oft ein Zustand erhöhter Wachsamkeit. Das Gehirn scannt ständig die Umgebung nach möglichen Konflikten oder Belastungen, um möglichst früh reagieren zu können. Kurzfristig kann das hilfreich sein, dauerhaft kostet es unglaublich viel Energie.

Hinzu kommt etwas, dass ich in Beratungen immer wieder beobachte: Viele Eltern übernehmen unbewusst Verantwortung für Gefühle, die sie gar nicht kontrollieren können. Sie fühlen sich schuldig, wenn ihr Kind traurig ist. Sie versuchen, die schlechte Laune ihres Partners aufzufangen. Sie möchten Streit zwischen Geschwistern verhindern, bevor er überhaupt entsteht. Und wenn die Stimmung in der Familie kippt, denken sie oft zuerst: Was habe ich falsch gemacht?

Dabei ist genau das der Punkt: Gefühle sind kein Zeichen dafür, dass jemand versagt hat. Kinder dürfen traurig, wütend oder enttäuscht sein. Erwachsene auch. Das bedeutet nicht, dass wir diese Gefühle ignorieren, im Gegenteil: Wir dürfen sie ernst nehmen, begleiten und gemeinsam aushalten.

Aber Begleitung ist etwas anderes als Verantwortung. Entlastung entsteht oft genau dort, wo wir aufhören zu glauben jede Träne verhindern und jede schlechte Stimmung reparieren zu müssen. Denn wir müssen unsere Kinder nicht vor allen schwierigen Gefühlen bewahren. Wichtiger ist, ihnen zu zeigen, dass sie mit ihren Gefühlen nicht alleine sind.

Hast du manchmal das Gefühl, die emotionale Stimmung deiner Familie läge auf deinen Schultern?

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