Mit Kraft & Herz • Paarberatung & Mediation

Mit Kraft & Herz • Paarberatung & Mediation Katharina Wittenberg
Paarberaterin, Mediatorin, Coach
Paarberatung · Familien- & Erbmediation
Schleswig-Holstein & online

Wie unvoreingenommen kann ich noch sein, wenn ich längst viel zu viel weiß?Wenn ich eines selbstbewusst über mich sagen ...
01/09/2026

Wie unvoreingenommen kann ich noch sein, wenn ich längst viel zu viel weiß?

Wenn ich eines selbstbewusst über mich sagen kann, dann ist es, dass ich in Allparteilichkeit wirklich sehr gut bin.

Das hätte ich über mich selbst schon früher so gesagt. Neu ist, dass ich es auch öffentlich und ohne falsche Bescheidenheit ausspreche.

Menschen nehmen unterschiedlich wahr, erinnern unterschiedlich, gewichten unterschiedlich und interpretieren unterschiedlich. Zwei Menschen können demnach dasselbe erleben und trotzdem mit sehr unterschiedlichen Wirklichkeiten daraus hervorgehen. Ich brauche an dieser Stelle keinen Sieger.

Ich muss mich nicht für eine dieser Wirklichkeiten entscheiden. Das bedeutet nicht, dass alles gleichermaßen wahr ist. Tatsachen bleiben Tatsachen und Verantwortung verschwindet nicht. Aber Wahrnehmung, Wirkung und Interpretation gehören ebenso dazu. Meine eigene Wahrnehmung übrigens auch.

Ich habe eigene Werte, Erfahrungen, Meinungen und klare Vorstellungen davon, was für mich richtig oder falsch ist. Das alles verschwindet nicht, nur weil ich mich mit der Wirklichkeit eines anderen Menschen beschäftige. Ich muss meine eigene Sicht nicht aufgeben, um eine andere wirklich verstehen zu können.

Und das, was für mich richtig ist, muss nicht für einen anderen Menschen richtig sein. Ich kann etwas anders machen wollen, eine Entscheidung für mich ausschließen oder ein Verhalten falsch finden und trotzdem verstehen, wie ein anderer Mensch dorthin gekommen ist. Und meine Wirklichkeit ist eben meine. Sie gehört zum Bild, aber sie ist auch nur ein Teil davon.

Ich arbeite empathisch und mitfühlend. Das steht für mich nicht im Widerspruch zur Allparteilichkeit. Ich fühle mit jedem mit, ohne mich dabei entscheiden zu müssen, wer es angeblich mehr verdient hätte.

Diese Art, auf Menschen, Situationen und unterschiedliche Wirklichkeiten zu schauen, gehört zu mir. Sie prägt mein Denken, mein Leben und damit natürlich auch meine Arbeit.

Dazu gehört auch, dass in mir in einem Gespräch viele verschiedene Ebenen gleichzeitig laufen. Ich spreche, frage, höre zu und reagiere. Ich beobachte mein Gegenüber und die Dynamik zwischen den Beteiligten. Gleichzeitig erkenne ich Muster und Strukturen, Zusammenhänge und Widersprüche. Ich behalte unterschiedliche Perspektiven im Blick und kann sie nebeneinander bestehen lassen. Und ich überprüfe dabei auch meine eigene Wahrnehmung.

Was weiß ich tatsächlich? Was nehme ich wahr? Wo fängt meine Interpretation an? Was löst was bei mir aus? Hat meine Reaktion mit dem zu tun, was gerade passiert, oder spielt etwas Eigenes hinein? Beeinflusst Vorwissen meinen Blick? Welche Erklärung habe ich vielleicht bereits im Kopf? Was weiß ich nicht? Welche andere Sicht könnte ebenfalls wahr sein?

Das passiert nicht nacheinander und meine Selbstreflexion beginnt auch nicht erst nach einem Gespräch. Diese verschiedenen Ebenen laufen parallel mit.

Ich erkenne Muster und Strukturen überdurchschnittlich gut und habe eine sehr hohe Selbstreflexivität. Beides hilft mir dabei, unterschiedliche Wirklichkeiten zu erfassen und auseinanderzuhalten, ohne meine eigene mit der ganzen Wirklichkeit zu verwechseln.

Das bedeutet nicht, dass ich mich nicht irren kann. Natürlich kann ich das. Gerade deshalb gehört für mich dazu, auch meine eigene Wahrnehmung immer wieder infrage zu stellen.

In meiner Arbeit kommt noch etwas hinzu: Manchmal weiß ich Dinge, die andere Beteiligte nicht wissen.

Vielleicht kenne ich einen Menschen bereits aus einer Einzelberatung. Vielleicht habe ich im Rahmen einer Paarberatung Einzelgespräche geführt. Vielleicht kenne ich Beteiligte einer späteren Mediation bereits aus einem anderen Zusammenhang. Aber was mir in einem vertraulichen Gespräch erzählt wurde, bleibt dort. Inhalte aus einem Einzelgespräch bringe ich nicht von meiner Seite in eine Paarberatung ein. Wissen aus einer früheren Beratung trage ich nicht in eine spätere Mediation hinein. Mein Wissen muss nicht ausgesprochen werden, nur weil ich es habe.

Und nur weil ich eine Wirklichkeit bereits gut kenne, wird sie für mich nicht zur Referenz für die nächste. Ein anderer Mensch kann mir seine Wirklichkeit erzählen, ohne dass ich sie ständig an dem messe, was ich vorher gehört habe.

Dahinter stehen sehr viel Erfahrung und Eigenerfahrungen, Fachwissen, tiefe Selbstreflexion sowie die Bereitschaft, wirklich hinzusehen und meine eigene Wahrnehmung immer wieder infrage zu stellen.

Für mich wäre es inzwischen sehr merkwürdig, etwas, das ich über sehr viele Jahre reflektiert, überprüft und bestätigt bekommen habe, nur deshalb abzuschwächen, damit es sozial angemessener klingt.

Ich weiß, was ich kann und was ich nicht kann.

Allparteilichkeit? Kann ich!


Es gibt Veränderungen, bei denen mein Inneres deutlich schneller war als mein tatsächliches Leben. Ich weiß längst, wohi...
27/08/2026

Es gibt Veränderungen, bei denen mein Inneres deutlich schneller war als mein tatsächliches Leben. Ich weiß längst, wohin ich will. Und trotzdem braucht die Wirklichkeit für manche Veränderungen sehr viel länger als ich.

Mir ist durchaus klar, dass sich nicht immer alles beschleunigen lässt. Das macht mich nur leider nicht automatisch geduldiger. An manchen Tagen kann ich gut damit leben. An einem Tag wie heute etwas weniger gut.

Heute ist einer der ersten kühleren Tage. Nach der Zeit der leichten Röcke und Shorts hole ich also wieder meine halblangen Hosen aus dem Schrank und siehe da:

Meine Hosen passen mir wieder; nur mein Leben nicht mehr.



Frage zum Mitnehmen.
25/08/2026

Frage zum Mitnehmen.

Ich nehme ernst, was ihr mitbringt. Ihr müsst euch nicht darüber einig sein, was passiert ist. Und ich lege nicht fest, ...
19/08/2026

Ich nehme ernst, was ihr mitbringt. Ihr müsst euch nicht darüber einig sein, was passiert ist. Und ich lege nicht fest, wer von euch recht hat. Gut möglich, dass ihr etwas übersehen habt. Was genau, weiß ich vorher nicht. Aber ich höre nicht auf hinzusehen, nur weil es angenehmer wäre.

18/08/2026

Ich kann wirklich außergewöhnlich lange funktionieren, ohne zu merken, dass ich dabei selbst gar nicht mehr vorkomme.

Am Wasser denke ich zuerst noch in Aufgaben und Antworten, und dem, was als Nächstes dran ist.

Erst nach einer Weile wird aus der inneren Unruhe wieder allmählich Stille, so dass wieder etwas Eigenes auftaucht; ein Gedanke ohne Auftrag, Lust auf etwas, das auf keiner Liste steht. Eine Idee, die wirklich aus meinem inneren Bedürfnis kommt.

Zuerst komme ich wieder vor.
Dann ist wieder Platz für etwas Neues.


Mein Monatsgedanke.Manchmal reicht ein halber Satz. Kurz wird es still. Nicht lange. Nur diesen einen Moment, in dem all...
13/08/2026

Mein Monatsgedanke.
Manchmal reicht ein halber Satz. Kurz wird es still. Nicht lange. Nur diesen einen Moment, in dem alle plötzlich merken: Oh, da wurde gerade etwas getroffen.

Und dann wird schnell wieder geglättet. Ein Lachen. Ein Themenwechsel. Ein „Ach, ist ja auch egal“, ein „Alles gut“ oder „noch Kaffee?".
Die Oberfläche ist dann wieder ruhig.

Solche Sekunden fallen mir deutlich auf. Weil sie zeigen, wo ein Gespräch lieber am Wesentlichen vorbeigeht.
Harmonie ist dann nicht unbedingt Einigkeit.
Manchmal ist sie nur die vertraute Bewegung zurück ins Bequeme.
Nicht automatisch schlimm. Aber aufschlussreich. Denn oft sitzt genau dort das Thema. An der Stelle, an der es kurz wahr wurde
und sofort wieder unsichtbar gemacht werden sollte.

07/08/2026

Heute hat mich nicht der Regen vom Wasser abgehalten. Gerade auf den hatte ich gehofft.

Warm genug, kaum Wind und kräftiger Regen; ich hätte das Board aufs Wasser geschoben und mich darauf gefreut, wirklich nass zu werden.
Auf das Prasseln auf dem Board. Auf den Regen auf meiner Haut. Darauf, wie sich Wasser, Luft und Geräusche im Regen anders anfühlen.

Sehr wahrscheinlich hätte ich dabei gegrinst und über mich selbst gelacht. Weil ich mich dabei von außen sehe und denke: Die muss doch echt bekloppt sein.

Dann nahm der Wind zu. Also blieb das SUP an Land.
Schade um den Regen.



Die erste Geschichte ist selten die ganze.Interessant wird es oft an den Stellen, die darin keinen Platz bekommen.Bei de...
02/08/2026

Die erste Geschichte ist selten die ganze.
Interessant wird es oft an den Stellen, die darin keinen Platz bekommen.
Bei dem Satz, der nebenbei fällt.
Bei der Lösung, der plötzlich keiner mehr widerspricht.
Bei der Ruhe, die einer bezahlt.




Kurz notiert.
01/08/2026

Kurz notiert.

28/07/2026

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Warringholz
25560

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