02/08/2026
Das Gewitter in meinem Kopf und die Möglichkeit die in jedem neuen Augenblick steckt
Diese persönlichen Zeilen schreibe ich weil sie mich dieses Wochenende sehr begleitet haben und ich im vergangenen Jahr immer wieder bei Lebensleicht erfahren durfte wie wertvoll und unterstützend es für andere sein kann wenn ich Dinge erzähle die mich selbst betreffen.
Früher hätte ich im Leben nicht Preis gegeben wie es in mir aussah, doch heute weiß ich je authentischer ich mich zeige desto mehr Menschen kann ich helfen.
Als Therapeutin im Human- und Pferdebereich war und ist es mir schon immer wichtig gewesen ganzheitlich zu behandeln. Und mit ganzheitlich meine ich auch das große Ganze. Körperlich, organisch, mental und alles was sich noch so zwischen den Zeilen bewegt.
Heute und ganz speziell seit wir vor einem Jahr nochmal bei komplett Null anfangen mussten (warum wieso weshalb: Kurzform Risikoentscheidung getroffen und komplett alles verloren) hat sich, ich würde sagen alles in mir, ein wenig erweitert.
Ich bin schon immer ein wahnsinnig emphatischer und feinfühliger Mensch und bin so sehr dankbar für diese zwei Eigenschaften, denn diese haben mir ermöglicht in den vergangenen Jahren immer eine tolle Bindung zu meinen Patienten zu schaffen. Die „Erweiterung“ in mir kam nach meinem psychischen absoluten Tiefpunkt, der sich direkt an einen jahrelangen Burnout-Punkt angeschlossen hatte. Immer mit einem Lächeln, einer Fürsorge und einem unerbittlichen Drang Jedem bei Allem und zu jeder Zeit zu helfen habe ich trotz des katastrophalen Zustandes in mir die vergangenen Jahre gearbeitet. Denn das ist es was mein Herz glücklich macht und ich bis dahin glaubte wäre der Punkt warum ich hier auf dieser Erde bin. Oder wie es Roland immer so schön sagt: Den einen wichtigen Fußabdruck auf dieser Welt zu hinterlassen.
Heute weiß ich dass das noch nicht mein Fußabdruck sein sollte sondern gewissermaßen erst ein Entwurf davon, der sich noch immer weiter entwickeln darf. Sich wieder erlauben mental zu wachsen, sich nicht ständig abwerten, die mentale Gesundheit als wichtige Säule in sein Leben zu integrieren und vor allen Dingen wieder seiner Intuition zu vertrauen, Herz und Verstand Hand in Hand gehen zu lassen. Denn all das ist Grundvoraussetzung für eine Balance der eigenen körperlichen Gesundheit. Deshalb gibt es seit einem Jahr Lebensleicht, als wundervolle Ergänzung zur Praxis Symphonie.
So und was hat das nun alles mit meinem Gewitter im Kopf dieses Wochenende zu tun? Lass es mich dir erklären:
Nach außen sieht alles mega aus was Roland und ich in einem Jahr gewuppt haben und ja wir sind sehr stolz darauf dass wir wieder Halt in unserem Leben gefunden haben. Das Grundgerüst, der Aufbau, die Praxen und die vielen Ideen für Lebensleicht die wir haben sind gigantisch. Aber dieses Jahr ist für uns jeden Tag eine große Herausforderung, wir sehen wie alles langsam wächst und gedeiht. Wir geben nach wie vor weit mehr als 100% Arbeitskraft in unsere Praxis und in Lebensleicht, denn etwas aufzubauen an einem Ort an dem keiner einen kannte und mit null finanziellem Background setzt einen gewissermaßen schon unter Druck. Wir schaffen uns unsere Balance, in dem wir genau wählen was wir denken, mit wem wir uns befassen und wie wir miteinander und unserer Natur umgehen. Das klappt auch mittlerweile an vielen Tagen. (Und ja das soll auch kein Dauerzustand bleiben mit der vielen Arbeit).
Doch diesen Freitag war mal wieder einer dieser Tage an dem ich absolutes Gewitter im Kopf hatte. Hier schaffte ich nicht die Balance zu halten und war maximal überreizt, überlastet, körperlich erschöpft und mental ein Zombie. Im Nachhinein muss ich schmunzeln weil genau an diesem Tag ein heftiges Gewitter am Abend kam. Und wie wir alle wissen so ein Gewitter braut sich ja schon länger zusammen und natürlich war es auch bei mir so. Es haben sich enorm viele Dinge in mir aufgestaut und ich habe mich zu wenig mit mir innerlich verbunden (wie das geht und was das alles mit meinem lächerlichen Herzen zu tun hat, erfährst du bei Lebensleicht). Wie du siehst sind auch wir nicht perfekt und haben genauso wie jeder andere auch seine Päckchen zu tragen. Doch wir haben seit diesem Jahr einen anderen Weg eingeschlagen und entscheiden uns ganz bewusst dafür nicht in den alten Trott zu verfallen. Aber Zack diese Woche habe ich es eben nicht geschafft mit dem Endergebnis des furchtbaren Gewitters in meinem Kopf mit all den körperlichen Folgesymptomen. Trotzdem sind wir mit unserem Camper ganze 17 Minuten von hier weg gefahren und haben auf einer stillen Wiese in der Natur gecampt (natürlich hoch offiziell von jemanden zur Verfügung gestellt über AlpacaCamping). Die Stille hat mein Gewitter nur noch lauter und unerträglicher werden lassen.
Und auch hier stand ich an dem Punkt: Verfalle ich jetzt in diesen jämmerlichen Zustand, was sich durchaus leichter angefühlt hat oder wähle ich den Weg ins Unbekannte und ändere meinen Blickwinkel? Wir haben uns für Zweiteres entschieden und sind langsam wandern gegangen. Und dann habe ich Stück für Stück meinen Blick wieder ins Hier und Jetzt gebracht. Immer und immer wieder. Und auf einmal habe ich wieder gesehen in welcher Welt ich wirklich bin. Nicht in dieser Gewitterwelt in meinem Kopf sondern in der Welt und in diesem Fall in meiner geliebten Natur direkt vor mir.
Zu Beginn lief ich noch mit Dauerschleifen im Kopf und habe zwar den Wald gesehen aber nicht mehr. Im Jetzt habe ich auf einmal die köstlichen versteckten Brombeeren gesehen, die kleine Blindschleiche, die wunderschönen Baumpilze auf den bemoosten Ästen und vieles mehr. Und da war ich auf einmal wieder, die wirkliche echte Kathi und nicht die die von ihren Gewitterwolken gesteuert wurde.
Heute im Stall hat mich jemand gefragt wie es mir geht.
Was habe ich geantwortet? Ich bin müde. Denn ja war das Wochenende anstrengend, am Ende aber war ich unglaublich stolz auf mich.
Von außen betrachtet sieht es so aus als ob wir ein tolles Wochenende gecampt haben und ich kann mir vorstellen dass es einige auch wehmütig betrachten und denken toll die haben es geschafft. Doch innerlich passiert sehr viel mehr.
Finanzielle Sicherheit haben wir bei weitem nicht, doch wir haben unser Herz weit geöffnet, unsere Intuition in unser Leben eingeladen und möchten allen da draußen helfend die Hand reichen, die sich in scheinbar ähnlichen ausweglosen Situationen befinden. Genau deshalb zeigen wir uns authentisch so wir gerade sind, in vollem Vertrauen und für einen wertvollen Fußabdruck auf dieser Welt.
Und auch wenn ich in Ich-Form geschrieben habe, Roland und ich sind eins :)
In diesem Sinne einen wunderschönen Sonntagabend
Eure Lebenleichtis
Roland und Kathi