17/05/2026
Carpaltunnelsyndrom in der Ergotherapie: Warum nach der OP der eigentliche Weg erst beginnt ✋
In diesem Fall war das Ziel ganz klar im Alltag verankert:
👉 Sechs Stunden am Tag schmerzfrei und ohne Hypästhesien am Arbeitsplatz arbeiten – im Sitzen und im Stehen
Was nach einer „einfachen Hand-OP“ aussieht, bringt postoperativ deutlich mehr Themen mit sich, als viele denken:
➡️ Sensibilitätsstörungen
➡️ Bewegungseinschränkung im Handgelenk
➡️ Narbenheilung & drohende Adhäsionen
➡️ Ödemneigung im Operationsgebiet
➡️ Wiedereingliederung in einen PC-lastigen Berufsalltag
💡 Genau deshalb reicht es nicht, nur Beweglichkeit oder Kraft zu trainieren.
Was wir daraus für die Therapie ableiten:
✔️ Betätigung zuerst analysieren → Wo genau scheitert der Alltag? (Zahnpasta, Tastatur, Fahrradlenker…)
✔️ Assessments gezielt einsetzen → Handdynamometer für die Griffkraft → 2-Punkt-Diskrimination & Semmes-Weinstein Monofilament-Test für die Sensibilität
✔️ Postoperativ strukturiert vorgehen → Narbenbehandlung, Desensibilisierung & Ödemreduktion zuerst → Belastungs- und Krafttraining erst bei Schmerzfreiheit
✔️ Therapie alltagsnah gestalten → aktives Training mit Tastatur, Maus & ergonomischem Arbeitsplatz statt isolierter Übungen
Praxis-Tipp 💡 Druckbelastung im OP-Gebiet sollte erst 8–12 Wochen postoperativ stattfinden.
👉 Und: Parästhesien können auch nach gelungener OP noch Wochen bis Monate andauern – das gehört in jede Aufklärung.
Takeaway:
👉 Postoperative Handtherapie ist mehr als Mobilisation
👉 Unsere Aufgabe ist es, Sensibilität, Narbe und Alltag gleichermaßen mitzudenken – nicht nur die Beweglichkeit
Wie geht ihr bei frisch operierten CTS-Klient:innen vor? Welche Sensibilitätstests nutzt ihr in eurer Praxis? 👇