02/06/2026
🧠 Expositionstherapie 🧠 klingt zunächst vielleicht nach „sich der Angst einfach stellen“. Stimmt so aber nicht, denn in der Therapie mit Ängsten geht es um etwas sehr viel nachhaltigerem:
Ängste zu verstehen, Vermeidungsmuster zu erkennen. Und Schritt für Schritt neue Erfahrungen für sich zu machen.
Was wir sehr oft bei Angststörungen wahrnehmen, sind Gedanken wie:
🚨„Ich traue mich nicht alleine aus dem Haus.“
🚨„Ich bekomme bestimmt eine Panikattacke.“
🚨„Ich muss sofort weg.“
🚨„Ich verliere die Kontrolle.“
🚨„Gleich passiert etwas Schlimmes.“
„Ich halte das nicht aus.“
Die Gedanken und Körperreaktionen fühlen sich dabei oft sehr bedrohlich an. Das Herz rast, der Atem wird flacher, Schwindel entsteht, der Körper ist in Alarmbereitschaft. Viele Betroffene beginnen dann, bestimmte Situationen zu vermeiden. Und das ist erstmal verständlich, denn Vermeidung kann sich kurzfristig wie Schutz anfühlen - Langfristig wird die Angst dadurch aber leider oft größer.
In der Expositionstherapie geht es deshalb nicht darum, Angst „wegzudrücken“ oder Patient:innen einfach in überfordernde Situationen zu bringen. Es geht viel mehr darum, sich angstauslösenden Situationen vorbereitet, schrittweise und therapeutisch begleitet zu nähern.
Dabei können unsere Patient:innen erleben:
Die Angst steigt an – aber sie bleibt nicht für immer.
Körpersymptome sind unangenehm – aber nicht automatisch gefährlich.
Befürchtete Katastrophen treten häufig nicht ein.
Und: Ich kann mehr aushalten, als ich dachte.
Aus „Ich muss sofort weg“ kann vielleicht werden 🌱 „Ich bleibe einen Moment länger.“
Aus „Ich verliere die Kontrolle“ kann werden 🌱 „Mein Körper reagiert gerade mit Angst – aber ich bin nicht hilflos.“
Und aus „Ich schaffe das nicht“ vielleicht 🌱 „Ich kann mich Schritt für Schritt wieder annähern.“
Exposition bedeutet also nicht: Augen zu und durch.
Sondern: der Angst achtsam begegnen und endlich wieder leichter leben zu können 💚