06/08/2026
Während der Schwangerschaft verändert sich nicht nur dein Bauch, auch deine Atmung passt sich an.
Der Sauerstoffbedarf von Mutter und Kind steigt kontinuierlich. Um diesen Mehrbedarf zu decken, verändert der Körper bereits früh in der Schwangerschaft seine Atemmechanik.
Das Atemminutenvolumen nimmt um etwa 30–50 % zu. Interessanterweise geschieht das nicht, weil die meisten Frauen deutlich häufiger atmen, sondern weil jeder Atemzug tiefer wird. Das Atemzugvolumen steigt um etwa 30–40 %.
Gleichzeitig wächst die Gebärmutter und verdrängt das Zwerchfell um etwa 4–5 cm nach oben. Trotzdem bleibt seine Funktion erhalten. Der Körper gleicht diese Veränderung unter anderem durch eine Erweiterung des Brustkorbs aus. Die Ripp wandern weiter auseinander und der Brustkorb wird beweglicher.
Viele Frauen berichten dennoch schon früh über das Gefühl, schneller außer Atem zu sein. Verantwortlich dafür ist nicht allein der Platz des Babys. Auch das Schwangerschaftshormon Progesteron beeinflusst das Atemzentrum im Gehirn und steigert den Atemantrieb.
All diese Veränderungen sind physiologische Anpassungen an die Schwangerschaft. Sie sorgen dafür, dass Mutter und Kind jederzeit ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.
Für uns als Physiotherapeut*innen ist die Atmung deshalb mehr als nur das Ein- und Ausatmen. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Zusammenspiels von Zwerchfell, Brustkorb, Bauchwand und Beckenboden und gibt uns bereits in der Befundung wertvolle Hinweise darauf, wie dein Körper unter Belastung arbeitet.