24/08/2026
🐉 Was bedeutet das Beitragsstabilisierungsgesetz für Ihr Kind?
„Budgetierung“ klingt zunächst nach Gesundheitspolitik und ziemlich weit weg vom Alltag.
Ab 2027 kann sie aber ganz konkret beeinflussen, wie viele Termine Kinderarztpraxen anbieten können.
💰 Was bedeutet Budgetierung?
Vereinfacht gesagt bekommen Praxen einen finanziellen Rahmen für die Behandlung gesetzlich versicherter Patienten.
Dieser orientiert sich wesentlich an der Versorgung der Vergangenheit.
Steigt der Bedarf – etwa weil mehr Kinder behandelt werden müssen oder mehr Untersuchungen notwendig sind – wächst dieser finanzielle Topf nicht automatisch im gleichen Umfang mit.
Eine Praxis kann also mehr Termine anbieten und mehr Leistungen erbringen. Sie kann aber nicht davon ausgehen, dass diese zusätzliche Arbeit auch vollständig zusätzlich vergütet wird.
Und genau das setzt einen falschen Anreiz:
Mehr Versorgung lohnt sich wirtschaftlich irgendwann nicht mehr.
👶 Die U10 zeigt besonders gut, wie widersprüchlich das werden kann.
Die U10 ist für uns nämlich gar nicht neu.
Wir bieten sie bereits seit Jahren an. Bislang wurde sie von den Krankenkassen als zusätzliche freiwillige Leistung übernommen und konnte zusätzlich außerhalb des normalen Budgets vergütet werden.
Nun hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die U10 als reguläre Vorsorge beschlossen.
Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht.
Aber:
Aus einer bisher zusätzlich finanzierten Untersuchung wird nun eine Leistung, die in den bestehenden budgetierten Rahmen hineinpassen muss.
Für unsere Patienten entsteht dadurch also nicht automatisch ein zusätzliches Angebot. Eine Untersuchung, die wir bereits durchführen, beansprucht künftig einen Teil des vorhandenen Budgets.
🎒 Oder mit Lippolino erklärt:
Der Schulranzen war schon ziemlich voll.
Die U10 war bisher in einer Extratasche.
Jetzt heißt es:
„Die U10 gehört ab sofort offiziell in den Schulranzen.“
Nur wird der Ranzen deshalb nicht größer.
⏰ Was bedeutet das für Sie und Ihr Kind?
Wenn immer mehr Leistungen um dieselben finanzierten Kapazitäten konkurrieren, können die Folgen ganz praktisch sein:
• zusätzliche Termine werden schwieriger anzubieten
• Vorsorge- und Impfkapazitäten können nicht einfach mit dem Bedarf wachsen
• bei planbaren Untersuchungen können Wartezeiten länger werden
• zusätzliche Sprechstunden werden für Praxen wirtschaftlich immer schwieriger
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass Vorsorgen oder Impfungen weniger wichtig werden.
Im Gegenteil.
Aber Ärzte, MFA, Untersuchungsräume und Zeit lassen sich nicht durch ein Gesetz vermehren.
❤️ Unser Ziel bleibt deshalb unverändert:
Wir möchten jedes Kind gut und zuverlässig medizinisch versorgen.
Dafür braucht Kinder- und Jugendmedizin aber nicht nur immer neue Aufgaben.
Sie braucht Zeit, Personal und eine Finanzierung, die mit der Versorgung mitwächst.
Denn gute Gesundheit für Kinder braucht mehr als ein Budget.