08/08/2026
Dein Kind zählt in der 5. Klasse immer noch mit den Fingern?
Dann hör bitte auf zu denken, es müsste einfach mehr üben.
Ich erkläre dir Dyskalkulie jetzt so einfach, dass es wirklich jeder versteht.
Stell dir vor, unser Gehirn ist eine riesige Stadt mit ganz vielen Straßen.
Es gibt Straßen für Sprache, für Musik, für Gesichter – und auch eine Straße für Zahlen und Mengen.
Bei Kindern mit Dyskalkulie funktioniert diese Zahlenstraße anders.
Zeige ich dir fünf Äpfel, erkennst du wahrscheinlich sofort:
Das sind fünf. 🍎🍎🍎🍎🍎
Ein Kind mit Dyskalkulie muss möglicherweise erst zählen:
Eins, zwei, drei, vier, fünf.
Denn genau das ist häufig das Problem:
Mengen, Zahlen und ihre Beziehungen zueinander werden nicht so sicher und automatisch verarbeitet.
Und deshalb kann ein Kind heute wissen, dass 8 plus 7 gleich 15 ist – und morgen wieder mit den Fingern nachzählen.
Nicht, weil es faul ist.
Nicht, weil es nicht aufgepasst hat.
Und ganz wichtig: auch nicht, weil es dumm ist.
Mehr Arbeitsblätter lösen dieses Problem deshalb nicht automatisch.
Stell dir Mathematik wie ein Haus vor.
Wenn das Fundament fehlt, bringt es nichts, immer weiter am Dach zu bauen.
Wir müssen zurück zum Fundament:
Mengen verstehen.
Zahlen zerlegen.
Zahlbeziehungen erkennen.
Und daraus Schritt für Schritt ein stabiles Zahlverständnis entwickeln.
Denn ein Kind mit Dyskalkulie kann rechnen lernen.
Es braucht nur einen Lernweg, der zu seinem Gehirn passt.