08/10/2026
Zusatzstoffe in Lebensmitteln: Folgen für die Darmflora
Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 zeigt, dass häufig verwendete Zusatzstoffe die Darmflora ungünstig verändern können. Die Daten stammen überwiegend aus Tierstudien. Welche E-Nummern betroffen sind und worin sie stecken, zeigt unser Artikel: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/news/ernaehrung-news/allgemein-ernaehrung/zusatzstoffe-in-lebensmitteln
Ob Fertigsaucen, Süßigkeiten, Softdrinks oder Snacks: In stark verarbeiteten Lebensmitteln stecken fast immer Zusatzstoffe. Offiziell gelten sie als sicher. Titandioxid (E171) zeigt jedoch, dass sich diese Einschätzung ändern kann. Der Stoff galt jahrelang als unbedenklich und wurde 2022 EU-weit in Lebensmitteln verboten. In Medikamenten, Zahnpasta und Kosmetik ist er weiterhin erlaubt.
Die Übersichtsarbeit fasst zahlreiche Studien zur Wirkung von Zusatzstoffen auf den Darm zusammen. Die Ergebnisse stammen größtenteils aus Tierstudien und lassen sich daher nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen. Die Forscher sehen dennoch Handlungsbedarf. Ihrer Ansicht nach sollten Behörden den Einsatz von Zusatzstoffen kritischer prüfen.
Künstliche Farbstoffe machten die Darmwand in den Studien durchlässiger und veränderten die Darmflora ungünstig. Entzündungszeichen im Darm nahmen zu, bestehende Entzündungen verschlimmerten sich. Dazu zählen Allura Red (E129), Tartrazin (E102), Sunset Yellow (E110) und Brilliant Blue (E133). Sie stecken typischerweise in Frühstücksflocken, Süßigkeiten, Softdrinks und Snacks.
Bei einigen Süßstoffen zeigten sich ungünstige Blutzuckerreaktionen. Zudem gingen nützliche Darmbakterien zurück und Darmentzündungen verstärkten sich. Beispiele sind Aspartam (E951), Saccharin (E954), Sucralose (E955), Acesulfam-K (E950), Neotam (E961) und Advantam (E969). Sie finden sich in Light- und Zero-Getränken, Desserts, Milchprodukten und Kaugummi.
Emulgatoren wie Carboxymethylcellulose (E466) und Polysorbat-80 (E433) förderten Entzündungen und verringerten die Bakterienvielfalt im Darm. Sie senkten außerdem die Menge an kurzkettigen Fettsäuren. Diese Fettsäuren wirken entzündungshemmend und versorgen die Zellen der Darmschleimhaut mit Energie. Die Emulgatoren werden häufig in Saucen, Dressings, Backwaren, Desserts und Eis eingesetzt.
Verdickungsmittel wie Maltodextrin und Carrageen (E407) führten zu mehr Bakterien, die die schützende Schleimschicht des Darms abbauen. Der Darm wird dadurch empfindlicher und reagiert schneller mit Entzündungen. Maltodextrin steckt oft in Getränke- und Saucenpulvern sowie in Süßwaren. Carrageen findet sich in aromatisierten Milchprodukten, Getränken und Backwaren.
Bestimmte Konservierungsstoffe brachten das Gleichgewicht der Darmflora durcheinander. Nützliche Bakterien wuchsen schlechter, schädliche nahmen überhand. Betroffen sind unter anderem Natriumbenzoat (E211) in Softdrinks, Natriumnitrit (E250) in verarbeiteten Fleischwaren und Kaliumsorbat (E202) in Säften und Joghurts.
Die Belastung für den Darm kann vor allem bei regelmäßigem Konsum ins Gewicht fallen. Im Alltag hilft ein Blick auf die Zutatenliste vor dem Kauf. Wer Produkte mit diesen Zusatzstoffen meidet und stattdessen auf frische, natürliche Zutaten setzt, kann die eigene Aufnahme deutlich verringern.
Auf welche Zusatzstoffe achten Sie beim Blick auf die Zutatenliste – und bei welchen Produkten fällt Ihnen der Verzicht am schwersten?