10/10/2026
Was passiert, wenn Menschen Unterstützung brauchen – aber zwischen Psychiatrie, Suchthilfe und Wohnungslosenhilfe keinen passenden Platz finden?
Anlässlich des morgigen 10. Oktobers – dem und dem – machen wir auf eine Versorgungslücke aufmerksam, die in unserer täglichen Arbeit immer deutlicher wird.
Immer mehr obdach- und wohnungslose Menschen kommen mit komplexen psychischen und suchtspezifischen Unterstützungsbedarfen zu uns. Gleichzeitig werden Zugänge schwieriger, Angebote eingeschränkt und spezialisierte Plätze fehlen.
Die Folge: Menschen werden zwischen Zuständigkeiten weiterverwiesen.
Krisen landen dort, wo gerade noch Unterstützung möglich ist.
Auch bei neunerhaus zeigt sich der steigende Bedarf deutlich:
📈 In der Praxis Psychische Gesundheit gab es im vergangenen Quartal fast ein Viertel mehr Beratungsgespräche als im ersten Quartal 2026.
📈 Im neunerhaus Café stiegen die sozialarbeiterischen Beratungen gegenüber dem Vorquartal um 14 Prozent.
👉 Was es braucht: ein neues niederschwelliges Wohn- und Betreuungsangebot und mehr Ressourcen an der Schnittstelle von Psychiatrie, Suchthilfe und Wohnungslosenhilfe.
Einen Ort außerhalb der stationären Psychiatrie, an dem Menschen Krisen bewältigen, zur Ruhe kommen, ihre Situation klären und passende weitere Unterstützung finden können.
„Nicht jeder Mensch in einer psychischen Krise braucht ein Spitalsbett. Aber immer mehr Menschen brauchen mehr Unterstützung, als die Wohnungslosenhilfe allein leisten kann. Genau für diesen Raum zwischen den bestehenden Systemen brauchen wir mehr Ressourcen und neue Antworten.“
— Elisabeth Hammer, Geschäftsführerin von neunerhaus
Gesundheit und Soziales müssen hier stärker gemeinsam Verantwortung übernehmen – damit Menschen nicht zwischen Zuständigkeiten verloren gehen.